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Friedrich Merz: Kanzlerkandidat mit Potential

Friedrich Merz: Kanzlerkandidat mit Potential
Friedrich Merz beeindruckte die Jungen Unionler beim 48. Landestag in Reute bei Bad Waldsee (Foto: O. Hofmann)

Recht im Verborgenen ging am Wochenende der 48. Landestag der Jungen Union (JU) Baden-Württemberg in der Durlesbachhalle Reute über die Bühne. Viel CDU-Prominenz, Parteianhänger aus der Region und schließlich gut 200 Delegierte hatten ein straffes Programm abzuarbeiten. 

Bad Waldsee – Ein Höhepunkt der Veranstaltung war die Wiederwahl des Landesvorsitzenden Philipp Bürkle aus Bad Wurzach. Er wurde erwartungsgemäß mit 80,1 Prozent der Stimmen in seinem Amt bestätigt. Auch die Spitzenkandidatin für die Landtagswahl 2021, die jetzige Kultusministerin Susanne Eisenmann, gab sich dort ein Stelldichein. Mit einer kämpferischen und starken Rede gab sie dabei schon einmal einen Vorgeschmack auf den kommenden Wahlkampf.

So wurde Eisenmann auch von den Delegierten mit großem Applaus bedacht. Beim Vize des CDU-Wirtschaftsrates, Friedrich Merz – der zuvor erwartungsgemäß mit dem eigenen Flugzeug in Biberach gelandet war – gab es dann kein Halten mehr. Der Saal tobte regelrecht, obwohl Merz, insbesondere gegenüber der Parteivorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer versöhnliche Töne anschlug. Die zahlreich angereisten Medienvertreter hatten wohl eine Woche vor dem CDU Parteitag in Leipzig schärfere Töne von Merz erwartet.

Statt einen Putschversuch anzuzetteln beharrte Merz darauf, dass eine Personalentscheidung über die künftige CDU-Kanzlerkandidatur erst in einem Jahr anstehen würde. „Ich bin bereit, daran mitzuwirken. Aber das bin ich nur, wenn es in einem Team geschieht. Das ist keine One-Man- oder One-Woman-Show“, mehr gab er zur künftigen Ausrichtung der CDU nicht zum Besten. Trotzdem waren ihm nach seiner Rede lautstarke „Kanzler, Kanzler-Rufe“ und kaum endender Applaus von der mehrheitlich zum konservativen Flügel zählenden Jungen Union im Südwesten sicher.

Oliver Hofmann