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Die Weihnachtspost ist da!

Die Weihnachtspost ist da!
Weihnachtspost (Foto: EH)

Schräge Weihnachts-GIFs, lustige Nikolaus-Emoticons und zwei Zeilen Weihnachtsgrüße auf WhatsApp verschicken, das kann im digitalen Zeitalter wirklich jeder – und ist auch nichts Besonderes mehr. Ganz im Gegenteil, innerhalb von zwei Minuten hat man alle seine Kontakte, denen man ein frohes Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr wünschen möchte, abgeklappert und abgehakt.

Und auch der eigene Briefkasten ist leer. Doch wo bleibt da die weihnachtliche Besinnlichkeit?

Weihnachtsgrüße mal anders…

…oder besser gesagt: wie in alten Zeiten. Wie wäre es, wenn wir uns in diesem Jahr für die Weihnachtspost an unsere Lieben mal wieder etwas mehr Zeit nehmen und händisch ein paar Zeilen schreiben, die von Herzen kommen und auf ganz besondere Weise berühren?

Auf diese Idee gekommen, sind wir, als wir über die diesjährige Sonderbriefmarke „Weihnachten 2019“ gestolpert sind. Die ist nämlich nicht nur für den guten Zweck – ein Teil des Erlöses geht zum Beispiel an Hilfsorganisationen oder Kinder- und Jugendeinrichtungen –, sondern sie eint in diesem Jahr auch zwei Besonderheiten. Zum einen wird die Weihnachtsbriefmarke mit dem Zusatzerlös schon zum 50. Mal vom Bundesfinanzministerium herausgegeben. Zum anderen symbolisiert das Motiv der Briefmarke zwei große historische Ereignisse.

Sie zeigt nicht nur die Geburtsstunde Christi, sie steht auch für einen besonderen Jahrestag: 2019 feiern die römisch-katholische Kirche und die franziskanischen Orden gemeinsam mit muslimischen Geistlichen und arabischen Staatsoberhäuptern den 800. Jahrestag eines bedeutenden Treffens zwischen Abend- und Morgenland, Christentum und Islam.

Friedliche Begegnung

Im Jahr 1219, mitten in den Wirren der Kreuzzüge, besuchte der später heiliggesprochene Franziskus von Assisi in der Nähe der ägyptischen Hafenstadt Damiette den Sultan al-Kamil Muhammad al-Malik, um ihn zum Christentum zu bekehren und die kriegerischen Auseinandersetzungen zu beenden. An diese friedliche Begegnung, die bisweilen als „Geburtsstunde des Dialogs zwischen Christentum und Islam“ bezeichnet wird, möchte die diesjährige Briefmarke erinnern.

Eva Heine