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Coronavirus – Stadt sagt vorsorglich Großveranstaltungen ab

Coronavirus – Stadt sagt vorsorglich Großveranstaltungen ab
(Bild: Oliver Hofmann)
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Ravensburg – Die Stadt Ravensburg sagt zunächst bis einschließlich Samstag, 11. April 2020 vorsorglich alle Großveranstaltungen in Ravensburg ab. Das gilt für alle Veranstaltungen, bei denen mindestens 1.000 Besucherinnen und Besucher erwartet werden. Die Stadt folgt damit einer Empfehlung des Bundesgesundheitsministeriums und des Landesgesundheitsministeriums.

Welche Veranstaltungen betroffen sind, wird nach und nach auf der Homepage der Stadt Ravensburg unter www.ravensburg.de veröffentlicht. Beispielsweise können folgende Veranstaltungen nicht stattfinden: Aktionstag „Enkeltauglich leben“ am 28. März, der Verkaufsoffene Sonntag mit Frühlingsmarkt am 29. März, Spiel- und Spaß mit dem Osterhas am 11. April 2020 und sämtliche noch geplante DEL2-Eishockeyspiele der Ravensburg Towerstars in Ravensburg. Sämtliche Veranstaltungen ab 1.000 Besuchern in der Oberschwabenhalle können ebenfalls nicht stattfinden. Die Wochenmärkte finden aufgrund ihres Versorgungscharakters weiter statt.

Veranstaltungen mit einem kleineren Teilnehmerkreis finden weiterhin statt. Die Stadt bewertet die Veranstaltungen allerdings nach den Prinzipien der Risikoeinschätzung und Handlungsempfehlung des Robert-Koch-Instituts. Nicht alle Veranstaltungen sind gleich zu bewerten. Ein Bewertungskriterium ist der zu erwartende Teilnehmerkreis der Veranstaltung. Wie viele Personen werden erwartet und könnten besonders viele einer Risikogruppe angehören? Kommen Besucherinnen und Besucher aus einem Risikogebiet? Ebenso ist die Art der Veranstaltung entscheidend. Dauert sie sehr lange? Gibt es besonders viele Kontaktmöglichkeiten (z.B. eine Tanzveranstaltung ist kontaktintensiver als eine Theaterveranstaltung)? Zuletzt wird noch der Ort der Veranstaltung bewertet. Ist sie drinnen oder draußen? Ist die Belüftungssituation ausreichend? Gibt es genügend Hygienemöglichkeiten (Händewaschmöglichkeiten, Desinfektionsmittel)? Diese Entscheidungskriterien werden in Kombination herangezogen. Jeder Veranstalter ist jedoch auch selbst verantwortlich und stimmt sich im Zweifel mit dem Gesundheitsamt ab. Die Absage einer Veranstaltung ist nicht immer gleich notwendig. Manchmal kann es auch ausreichen, das Format zu ändern oder bestimmte Auflagen einzuhalten. Die Stadt Ravensburg nimmt die Situation sehr ernst und prüft ihre Veranstaltungen auf dieser Grundlage sehr genau. Die Stadt bittet alle Veranstalter, geplante Veranstaltungen unter 1.000 Personen ebenfalls einer kritischen Prüfung zu unterziehen. An die Besucherinnen und Besucher von Veranstaltungen appelliert die Stadt an die Eigenverantwortlichkeit. Personen, die einer Risikogruppe angehören, sollten ihr eigenes Verhalten überdenken und ihre Kontakte nach Möglichkeit minimieren.

Aus Sicht der Stadt besteht noch keine Notwendigkeit öffentliche Einrichtungen, Schulen und Kindertagesstätten großflächig zu schließen. Der Stadt ist in diesem Zusammenhang wichtig, dass Eltern eine Verlässlichkeit in der Betreuung haben. Es gilt die allgemeine Regelung: hat sich jemand in einem Corona-Risikogebiet aufgehalten, darf er eine Schule oder eine Kindertagesstätte für 14 Tage nicht betreten. Je nach Entwicklung, wird die Lage aber täglich neu bewertet.

Das Robert-Koch-Institut schätzt die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland aktuell als mäßig ein. Trotz mehrerer Coronafälle im Landkreis Ravensburg und einem bestätigten Fall in Ravensburg ruft die Stadt weiter zur Besonnenheit auf. Die Stadtverwaltung ist für alle Fälle vorbereitet. Drastische Maßnahmen, die das öffentliche Leben weitgehend einschränken, sind bislang aus Sicht der Stadt nicht notwendig. Auch finden die Sitzungen des Gemeinderates und die seiner Ausschüsse und Arbeitsgruppen weiter statt. Die Stadtverwaltung arbeitet ebenfalls regulär weiter. Der Schutz von Risikogruppen muss nun besonders in den Fokus rücken. Die Situation entwickelt sich sehr dynamisch. Entsprechend passt die Stadt ihre Vorgehensweise ständig an und appelliert an die Eigenverantwortlichkeit der Bürgerinnen und Bürger.

Die Stadt Ravensburg hat vergangene Woche eine ämterübergreifende Koordinierungsgruppe eingerichtet. Sie trifft sich regelmäßig und kann bei Bedarf auch sehr schnell zusammenkommen. Bei ihr laufen alle Fäden in der Stadt zum Coronavirus zusammen. Sie behält die aktuellen Entwicklungen ständig im Blick und koordiniert alle notwendigen Maßnahmen.

Insgesamt mahnt die Stadt zur Besonnenheit. Die Stadt nimmt die Krankheit nicht auf die leichte Schulter. Gleichwohl sollten alle die Situation mit einem kühlen Kopf meistern. Derzeit besteht in Ravensburg eine beherrschbare Lage. Je nach Entwicklung wird die Stadt ihr Handeln anpassen.