Ausgaben

Corona-Zwangs-Ferien mit 3 Kindern – 1. Teil

Corona-Zwangs-Ferien mit 3 Kindern – 1. Teil
Beispielbild (Bild: Adobe Stock)

Wie unsere WOCHENBLATT-Mitarbeiterin die Zeit zu Hause mit ihrer Familie erlebt.

Tag 1, Montag, 16.03.20
Heute ist der erste Tag mit Kindergartenkind und zwei schulpflichtigen Kindern (Grundschule 2. Klasse und Gymnasium 7. Klasse), Ehemann im Homeoffice und mir, zu Hause – in Corona freier Zone.

Mama, Papa und alle 3 Kinder zu Hause, für uns bisher nichts Ungewöhnliches. Es fühlt sich etwas an wie Sommerferien ohne Sommer, wäre da nicht noch ein einschränkender Faktor: auf Freizeitaktivitäten verzichten!

Eigentlich waren unsere nächsten Wochen sehr vollgeplant mit sportlichen Events von unserem Großen, dies fällt nun alles aus. Unser Sohn ist nicht erfreut, zeigt aber Verständnis.

Der Mittlere freut sich auf die „Zwangs-„ Ferien, bis ich ihm erklärt habe dass die Schule weiter geht. Hähhhh????? fragt er sich, wie soll das funktionieren? Ganz einfach: von jetzt an bin ich nicht nur Mama, sondern habe ich noch einen Zweitjob als Lehrkraft gewonnen. Seine Lehrerin hat sich große Mühe gegeben, war das ganze Wochenende beschäftigt tolles Material zusammenzustellen und hat es heute noch ausgehändigt. Nicht nur auf Papier, sogar eine App auf dem Tablet gibt es zusätzlich die die Kinder nutzen dürfen. Da kommt Freude auf.

Der Große bekommt sein Material über „Moodle“ und arbeitet nun im virtuellen Klassenzimmer. Toll was die Lehrer in so kurzer Zeit auf die Beine gestellt haben.

Der Kindergarten ist auch geschlossen, der hat natürlich kein Material mitgegeben. Aber das ist für mich kein Problem, ich bin sehr kreativ und freue mich schon auf Basteln, Malen und Backen. Der Papa ist im Homeoffice mit genügend Arbeit versorgt. Dann kann es ja jetzt losgehen!

Tag 2, Dienstag, 17.03.20
Heute geht der morgen ruhiger los als während der Schulzeit. Wir haben keinen Zeitdruck, das ist auch schön!

Während dem Frühstück ist Papa bereits geschäftlich am Telefon, wir lassen uns nicht beirren. Nach dem Frühstück geht es schon mit dem „Unterricht“ los: Der Große organisiert sich selbst recht gut, hat schon die Vokabeln in Latein aufgeschrieben. Nur den Mittleren muss ich noch etwas überzeugen, dass ich nun die Ersatz-Lehrkraft bin. Nach etwas Gemurre ist auch schon das erste Arbeitsblatt fertig. Zeit zur „großen Pause“, nur eben ohne Vesper und Klassenkameraden.

Wir nutzen die Zeit und spielen eine Runde Badminton, danach geht es mit dem Schulstoff weiter. Die Kleine malt nebenher schon das fünfte Fuchsbild, das ist aktuell ihr Lieblingsmotiv.

Am Nachmittag spielen die Kinder in ihren Zimmern, ich nutze die Zeit und arbeite im Homeoffice.

Der Große ist fertig mit seinen Schulaufgaben und schwingt sich noch auf sein Rennrad. Er fährt von Friedrichshafen nach Langenargen und zurück. Die Bewegung braucht er, der Sport fehlt ihm.

Während ich mich um das Abendessen kümmere spielen die zwei Kleinen im Garten. Es ist herrlich was Kinder sich alles einfallen lassen mit einem Ball, paar Stöcken und Blumen.