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Beschlossene Sache – Bäume in der Stadt erhalten bald Schutzstatus

Beschlossene Sache – Bäume in der Stadt erhalten bald Schutzstatus
Eine Rotbuche in der Hindenburgstraße wurde radikal beschnitten. Solche Bäume fallen ab sofort unter die Baumschutzssatzung (Foto: Stefan Wölke)

In seiner ersten ordentlichen Sitzung hat der neue Ravensburger Gemeinderat eine Baumschutzsatzung für die Kernstadt beschlossen. Grundstücksbesitzer können künftig nicht mehr einfach so mächtige Bäume fällen. Vielmehr gibt es jetzt dafür ein klares Regelwerk – das aber noch weiter ausgefeilt wird.

RAVENSBURG – Maria Weithmann von den Grünen sprach von einem „wichtigen Tag für den Schutz der Bäume in Ravensburg“. Ab kommenden Samstag, 28. September, wird in Ravensburg eine Baumschutzsatzung in Kraft treten. Bäume mit einem Stammumfang von mindestens 80 Zentimeter, gemessen ein Meter über dem Erdboden, werden dadurch zu sogenannten geschützten Landschaftsbestandteilen erklärt.

Zwar geht Baurecht immer vor Baumschutz. Trotzdem muss sich ein Bauherr, will er den Baum fällen, auf zumutbare Anpassungen einlassen. Da muss dann zum Beispiel überlegt werden, ob die Garagenzufahrt nicht verlegt werden kann. Der Bauherr ist auf jeden Fall verpflichtet, sich vor der Baumfällung mit der Stadt in Verbindung zu setzen. Kommt es dann trotzdem zu einer Fällung, werden Ersatzpflanzungen verlangt. Genausodarf der Baum nur im Winterhalbjahr zwischen Oktober und Februar umgemacht werden.

Die neue Satzung gilt als vorläufig, sagt Baubürgermeister Dirk Bastin. So wurde im Gemeinderat auch die Möglichkeit vom Umpfl anzen der Bäume diskutiert. CDU-Stadtrat August Schuler erinnerte hier an die erfolgreichen Maßnahmen am St. Elisabeten-Klinikum der Oberschwabenklinik. Auf die Auslobung von Baumpatenschaften verwies Wilfried Krauss von den Bürgern für Ravensburg (BfR).

Auf gemeinsamen Antrag der Fraktionen Bündnis 90/Die Grünen, der BfR und der SPD bleiben die Ortschaften Schmalegg, Taldorf und Eschach von der Baumschutzsatzung ausgeklammert. Eine neue Bewertung darüber soll wieder in zwei Jahren stattfi nden. Die Stadt hat in der Abteilung Grünfl ächen und Ökologie für die Umsetzung der Satzung einen Stellenbedarf von 0,5 ermittelt. Schließlich müssen die Bauherren beraten werden, die Fallanträge bearbeitet und Ersatzpfl anzungen oder -zahlungen festgelegt werden.

Sei die Stelle vor einiger Zeit noch aus reiner Symbolpolitik geschaffen worden, werde der Verwaltung jetzt ein wirksames Mittel in die Hand gegeben, erklärt OB Daniel Rapp. Wer sich an die Baumschutzsatzung nicht hält, dem drohen saftige Strafen – und zwar in Höhe von bis zu 50 000 Euro. Die Satzung wurde mit den 19 Stimmen von Bündnis 90/Die Grünen, BfR sowie der SPD angenommen.

Die Fraktionsmitglieder der CDU und der FDP mit zusammen zehn Stimmen enthielten sich. In der bereits seit Jahren laufenden Diskussion kam noch zustätzliche Bewegung, als in der Hindenburgstraße eine alte Rotbuche während der Vegetationsphase gefällt werden sollte. Grünen-Stadtrat Ozan Önder hatte eingegriffen und Baubürgermeister Dirk Bastin hinzugeholt. Die Fällung wurde so noch verhindert.

Stefan Wölke