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Bahntechnisch ins 21. Jahrhundert gestartet

Bahntechnisch ins 21. Jahrhundert gestartet
Oberbürgermeister Gerhard Ecker (Foto: PR)
WOCHENBLATT

Am 4. April 2020 geht OB Gerhard Ecker in den wohlverdienten Ruhestand. Bis dahin allerdings, steht noch einiges auf seiner Agenda.

Wie hat sich die Stadt  im abgelaufenen Jahr verändert? Was kam hinzu, was fiel weg?    

Lindau hat im abgelaufenen Jahr die Thierschbrücke über die Bahnanlagen zur Hinteren (Westlichen) Insel fertiggestellt, welche für die städtebauliche Entwicklung der Lindauer Insel und die kleine Landesgartenschau 2021 von elementarer Bedeutung ist. Die Bauarbeiten zur Gartenschau haben an mehreren Stellen begonnen, ebenso die Generalsanierung und Neukonzeption unseres Stadtmuseums Cavazzen. Der Neubau des Fern- und Regionalbahnhofs Lindau-Reutin und der Unterführung Bregenzer Straße sind wesentliche Einzelbaumaßnahmen des Gesamtprojekts Knoten Lindau, das uns bahntechnisch endlich aus dem 19. ins 21. Jahrhundert katapultiert.

Worüber haben Sie sich im abgelaufenen Jahr in ihrer Funktion als Bürgermeister am meisten gefreut? 

Sehr gefreut habe ich mich vor zwei Wochen bei der Begehung des fast fertiggestellten Rohbaus der Therme Lindau. Der Blick aus den Bädern und Aufenthaltsräumen über den See nach Osten (Bregenz), Süden (Rheinmündung) und Westen (Schweizer Berge) verspricht für jeden Badegast einen einzigartigen Hochgenuss, weshalb ich mit sehr hohem Interesse der Gäste an diesem Bad rechne. Auch die Vorfreude auf die Gartenschau steigert sich von Woche zu Woche, nachdem die einzelnen Attraktionen immer klarer werden und unsere Partner aus der Region ihre guten Ideen einbringen.

Worüber haben Sie sich geärgert? 

Leider habe ich die letzten Monate auch von einigen schweren Krankheiten von Freunden und guten Bekannten erfahren, die mich traurig stimmen.

Gibt es etwas, das besser lief als erwartet? 

Erfreulich waren die Bauvorhaben, die trotz seit Jahren schwieriger Rahmenbedingungen im Kostenrahmen blieben, so der Bau unseres Museumsdepots und das Ausschreibungsergebnis beim aktuell vergebenen Neubau der Garten- und Tiefbaubetriebe.

Was könnte der Ministerpräsident für die Stadt tun?  

Ministerpräsident Dr. Markus Söder und auch sein Vorgänger Horst Seehofer sind der Stadt Lindau sehr gewogen. Das begann mit der überragenden Förderung zur Generalsanierung und Erweiterung der Inselhalle, setzte sich fort über die Förderung der Cavazzensanierung und erreicht einen vorläufigen Höhepunkt bei der Förderung der Landesgartenschau aus Gartenschaumitteln des Umweltministeriums und Städtebauförderungsmitteln des Bauministeriums. Sowohl Ministerpräsident Dr. Söder, als auch die verschiedenen Fachminister, zuletzt Dr. Hans Reichhart, sprechen mich immer wieder augenzwinkernd darauf an, dass Lindau vom Freistaat gar nicht genug bekommen kann, um alle seine laufenden Projekte mitfinanziert zu bekommen. Der damalige Wirtschaftsminister Pschierer bezeichnete mich sogar bei der Eröffnung des Mindelheimer Frundsbergfestes als „teuersten Oberbürgermeister Bayerns“, was natürlich nur für unsere Größenklasse gelten kann, da zumindest München, Nürnberg und Augsburg in den letzten Jahren in ganz anderen Größenordnungen auch nicht schlecht gefahren sind.

Was steht 2020 Wichtiges an? 

2020 stehen die Fertigstellung der Therme Lindau und des Bahnhofs Lindau-Reutin an, die Arbeiten zur Durchführung der Landesgartenschau 2021 werden weitgehend abgeschlossen sein und die Sommerausstellung Modersohn-Becker wird wieder Zehntausende in unser Museum am Inselbahnhof locken. Für mich persönlich steht natürlich mein letzter Arbeitstag am 30. April als hauptamtlicher Oberbürgermeister an, ich freue mich schon auf die neu gewonnene Freizeit, die ich dann genießen werde.