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Auswirkungen des Coronavirus auf die Wirtschaft: Beispiel Pharmadienstleister Vetter

Auswirkungen des Coronavirus auf die Wirtschaft: Beispiel Pharmadienstleister Vetter
Bei Vetter in Ravensburg und Langenargen läuft auch in Corona-Zeiten die Produktion weiter. Am wichtigsten ist dafür, dass möglichst viele Mitarbeiter gesund bleiben. (Bild: Vetter)
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Ravensburg – Wie ein Pharmadienstleister und systemrelevantes Unternehmen die Corona-Krise meistert und die Produktion am Laufen hält, um weiterhin Patienten mit lebensnotwendigen Medikamenten versorgen zu können.

Krebs, Alzheimer oder Multiple Sklerose nehmen keine Rücksicht auf das Coronavirus. Auch in diesen Zeiten müssen Patienten mit lebensnotwendigen Medikamenten versorgt werden. Deshalb lautet das oberste Gebot beim weltweit tätigen Pharmadienstleister Vetter in Ravensburg und Langenargen: Weiterhin stabil für Pharma- und Biotechunternehmen produzieren und somit die Lieferketten intakt halten. Die Gesundheit der eigenen Mitarbeiter hat dabei Priorität. Fallen sie aus, stehen die Linien still oder Qualitätsvorgaben können nicht mehr erfüllt werden. Denn bei Vetter arbeitet hochqualifiziertes und umfassend geschultes Fachpersonal, das nicht mal eben ersetzt werden kann.

Wenn die Geschäftsführer Thomas Otto und Peter Sölkner auf die letzten Wochen zurückblicken, sind sie vor allem Eines: richtig stolz auf ihre Belegschaft. „Wir schulden unseren Mitarbeitern ein ganz großes Dankeschön. Wir können uns zu 100 Prozent auf sie verlassen“, sagte Thomas Otto jüngst in einer Video-Botschaft an die rund 4.900 Beschäftigten. „Was die letzten Wochen von der Mannschaft geleistet wurde, ist vorbildlich“, ergänzte Peter Sölkner, zugeschaltet aus dem Home-Office im kalifornischen San Francisco. Seit über zehn Jahren pendelt er regelmäßig einmal im Monat nach Ravensburg. Das fällt nun für eine Weile aus, selbstverständlich hält auch er sich an die angepassten Reise- und Besuchsbestimmungen der Firma. Der Betrieb bei Vetter funktioniert trotzdem.

Sehr früh fing das Familienunternehmen an, an den Standorten Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus zu ergreifen und die Mitarbeiter im Einklang mit der Aufrechterhaltung des Produktionsbetriebes bestmöglich zu schützen. Die Leitlinien des Robert-Kochs-Instituts stets im Blick, koordiniert seit rund zwei Monaten eine eigens eingerichtete Pandemie-Koordinationsgruppe sämtliche Maßnahmen. Darin sind alle relevanten Abteilungen vertreten.

Innerhalb kürzester Zeit wurde Einiges auf die Beine gestellt: Angefangen von großzügigen Kinderbetreuungs-Regelungen über eine täglich besetzte Covid19-Hotline für besorgte Mitarbeiter bis hin zu weniger Stühlen und Sitzen in Kantine und Werksbussen. Darüber hinaus wurde der Schichtübergang in der Produktion angepasst, um Ansammlungen von Mitarbeitern bestmöglich zu entzerren.

Gleichzeitig steht Vetter im engen Austausch mit seinen Kunden und hält sie über den Status der Produktion genauso wie über die Lieferketten auf dem Laufenden. Es gilt, Warenflüsse weltweit zu koordinieren – schon zu Nicht-Coronazeiten eine herausfordernde Aufgabe.

Thomas Otto denkt aufgrund der gut gefüllten Auftragsbücher bereits an die Zeit nach Corona. So hat sich die Geschäftsführung bewusst dafür entschieden, die aktuellen Baustellen weiterlaufen zu lassen – nicht nur, um die Lieferanten und deren Mitarbeiter zu unterstützen, sondern auch, um das geplante Wachstum bewältigen zu können.

Der Bedarf an Medikamenten weltweit steigt. Deswegen stellt Vetter weiter ein. Der Bewerbungsprozess wurde natürlich an die aktuelle Situation angepasst, läuft für die aktuell über hundert offenen Stellen ansonsten aber weiter. Zurzeit finden die ersten Tage der Einarbeitung für die 65 neuen Mitarbeiter im April – das sogenannte Onboarding – eben anders als sonst statt.

Aus der Sicht von Peter Sölkner liegen noch einige anstrengende Monate nicht nur vor Vetter, sondern vor der ganzen Welt: „Wenn unsere Mitarbeiter das aber weiter so meistern wie bisher, bin ich überzeugt, dass wir auch in dieser schwierigen Zeit einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit der Menschen weltweit leisten können.“