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2. Zukunftsforum Landkreis Ravensburg: Es gibt viel zu tun

2. Zukunftsforum Landkreis  Ravensburg: Es gibt viel zu tun
Gastgeber des Abends Landrat Harald Sievers mit Kreissparkassen-Vorstand Heinz Pumpmeier (Fotos: Oliver Hofmann)

Zum zweiten Mal nach 2017 widmete sich am Mittwochabend das von Landrat Harald Sievers ins Leben gerufene Diskussionsformat „Zukunftsforum Landkreis Ravensburg“ zukunftsweisenden Themen mit besonderer Relevanz für den Landkreis Ravensburg. 

Ravensburg – Es war viel Prominenz aus Wirtschaft und Politik in das Foyer der Kreissparkasse Ravensburg zum zweiten Zukunftsforum des Landkreises gekommen. „Mobilität 4.0:  Zukunft der Mobilität – Mobilität der Zukunft“, so war der Titel der Veranstaltung, zur der sich die Entscheidungsträger im Landkreis aus erster Hand informieren konnten. Landrat Harald Sievers als Veranstalter hatte hochkarätige Referenten eingeladen. Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann blieb sogar seinem wichtigen Termin beim Verkehrsausschuss in Stuttgart fern, um nach Ravensburg zu kommen. Fachlicher Input kam ferner von Steffen Jäger vom Gemeindetag Baden-Württemberg, Dr. Till Ackermann vom Verband deutscher Verkehrsunternehmen und Uwe Burkert, Chefvolkswirt der LBBW in Stuttgart. 

Klimaneutrale Lösungen

Zunächst stellte der Verkehrsminister die politischen Ziele der Landesregierung bis 2030 vor: 1. Bis dahin soll das Angebot an ÖPNV verdoppelt werden. 2. Ein Drittel aller Autos sollen klimaneutral fahren. 3. Jede dritte Tonne im Güterverkehr soll klimaneutral transportiert werden. 4. Jeder zweite Weg der Bürger in ihrer Stadt soll „selbstaktiv“, also zu Fuß oder per Rad zurückgelegt werden. 5. In den Städten sollen ein Drittel weniger Autos fahren. „Künftig müssen wir dafür noch mehr Geld in die Hand nehmen“, so ist sich Steffen Jäger vom Gemeindetag sicher. „Insbesondere bei der Bahn, bei der die Kompetenzen beim Bund liegen, gibt es einen immensen Investitionsstau“, so verteilte der Verkehrsminister gleich einen Seitenhieb in Richtung Berlin. Landrat Sievers sieht aber auch viel Gesprächsbedarf in den Kommunen und im Kreis. „Die Themen Mobilität und Klimaschutz stehen wie noch nie auf der Agenda“, machte er deutlich. Hierzu zählt im ländlich geprägten Landkreis Ravensburg insbesondere der Busverkehr.

Auch die Gesellschaft ist gefordert

Die Gesellschaft für solche Herausforderungen weiter zu sensibilisieren war ebenfalls der einhellige Tenor der Runde. So wurde kritisiert, dass vielfach am Freitag bei „Fridays for future“ für ein besseres Klima demonstriert wird und dieselben Menschen am Samstag gegen eine Infrastrukturmaßnahme demonstrieren, die genau dieses Ziel vorantreiben will. Hierzu müssten zur schnelleren Durchsetzung notfalls auch Gesetze geändert werden, da manches ohne weiteren Aufschub eben gebaut werden müsste. In der Verkehrspolitik gibt es jede Menge zu tun und die Fragen zur Mobilität stellen unsere Gesellschaft vor große Herausforderungen – so lautete das Fazit, welches die zahlreichen Zuhörer von der Veranstaltung mit nach Hause nehmen konnten.

Oliver Hofmann