Ausgaben

Ortsgespäch Bad Waldsee: Auch der längste Weg lohnt sich

Ortsgespäch Bad Waldsee: Auch der längste Weg lohnt sich
Dirk Haselbacher im Gespräch mit Gabriel Hofmann (FOTO: O. HOFMANN)

Zum 14. Ortsgespräch begrüßte Dirk Haselbacher den 39-jährigen ehemaligen Ultramarathonläufer, jetzt Personalcoach und Wahl-Waldseer Gabriel Hofmann in der voll besetzten Mälze im Grünen Baum.

BAD WALDSEE – Einfühlsam führte Haselbacher durch den Abend und nahm die Zuschauer mit auf den spannenden Weg der Lebensgeschichte von Gabriel Hofmann. Geboren als Eva Franziska Oberkofler in München, von seiner Familie unverstanden, in der Schule gemobbt und von der Gesellschaft ausgegrenzt, wächst Gabriel im falschen Körper auf.

Er lässt nichts unversucht, seine Rolle als Frau zu akzeptieren, sogar eine Hochzeit lässt ihn nicht in seiner Rolle als Frau ankommen. Insbesondere in der Pubertät nahmen die Probleme zu. Das Gefühl, dass irgendwas nicht stimmt mit ihr. „Ist das ein Mädchen oder ein Junge?“, so wurde damals immer hinter ihrem Rücken getuschelt. Schließlich der Bruch mit dem Elternhaus und der Weg in die Magersucht. Dann lernte sie ihren späteren Ehemann Oliver kennen.

„Da hatte ich das Gefühl, dass ich sein kann wie ich bin“, erzählt Hofmann. So kam sie nach Bad Waldsee, heiratete und arbeitete mit ihrem damaligen Ehemann im Damenmodegeschäft. Trotzdem ging es Eva zusehends schlechter. Sie fing mit dem Laufsport an.

„Beim Laufen kommt alles hoch, es ist wie Zwiebel schälen. Schale um Schale, bis zum innersten Kern. Es hat mich gerettet und brachte mich auch aus meiner Essstörung heraus“ so Hofmann.

Endlich befreit

Die Wende brachte schließlich eine Reportage über Transgender im Fernsehen, danach war ihr vieles klar. So saß jetzt aber Dirk Haselbacher mit Gabriel Hofmann ein sympathischer junger Mann gegenüber, der sich endlich wohlfühlt in seiner Haut.

O. Hofmann