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Neues Bürgerbüro: Symbolische Schlüsselübergabe statt Tag der offenen Tür

Neues Bürgerbüro: Symbolische Schlüsselübergabe statt Tag der offenen Tür
(Bild: Brigitte Göppel)
WOCHENBLATT

Bad Waldsee – Eigentlich hätte die Eröffnung des neuen städtischen Bürgerbüros mit einem Tag der offenen Tür gefeiert werden sollen. Doch wie so viele andere Veranstaltungen in diesen Tagen musste dieses Ereignis, auf das viele sich gefreut hatten, ausfallen. So überreichte Architekt Gottfried Strobel – mit dem derzeit gebotenen Abstand – einen symbolischen Schlüssel an Bürgermeister Roland Weinschenk.

„Aus der ‚Hundehütte‘, wie dieses Gebäude im Vorfeld leider betitelt worden ist, ist ein wahres Schmuckkästchen geworden“, freute sich Bürgermeister Roland Weinschenk beim gemeinsamen Rundgang. Neben dem ehemaligen Finanzamt, das einst ein Kloster war, ist in einem ebenfalls historischen Nebengebäude, das zuletzt als Garage genutzt worden war, nach neun Monaten grundlegender Sanierung das Bürgerbüro eingezogen. Das Haus mit der Adresse Hauptstraße 12/1 prägt nun die Altstadt mit.

Ursprünglich hätte es abgerissen werden sollen, doch bei näherer Betrachtung durch das Landesdenkmalamt hatte sich gezeigt, dass es sich um ehemalige Stallungen des 1650 gegründeten Franziskanerklosters handelt. Zudem trägt das Haus das älteste Gebälk des gesamten Areals in sich. Dieses sollte erhalten werden und sichtbar sein. Nun können die Bürger unter den freigelegten Balken ihre Amtsgeschäfte erledigen.

Das neue Bürgerbüro gliedert sich in einen sogenannten Frontoffice- und einen Backoffice-Bereich. Der Frontoffice-Bereich dient der Beratung. An der Info-Theke werden sie begrüßt. Hier erhalten sie erste Informationen zu ihren Anliegen – zum Beispiel welche Unterlagen für die Beantragung eines Ausweises nötig sind. Außerdem werden an der Info-Theke Schnellgeschäfte erledigt. Dazu zählen das Abholen von Windelsäcken, die Ausgabe von Formularen, der Verkauf von Amtsblättern und Notfalldosen oder die Annahme und Ausgabe von Fundsachen. Für Angelegenheiten mit größerem Beratungsaufwand stehen drei Plätze im Front-Office zur Verfügung. Ebenfalls neu ist, dass künftig – wenn das Bürgerbüro für den Publikumsverkehr öffnet – Wartenummern ausgegeben werden. Der Wartebereich ist nun von den Beratungsplätzen abgetrennt, was den Datenschutz erhöht. Das war der größte Wunsch von Fachbereichsleiterin Margit Geiger, die sich mit Bürgermeister Roland Weinschenk und dem neunköpfigen Bürgerbüroteam – derzeit ausschließlich Mitarbeiterinnen – sehr über die neuen Räume freut. Im Backoffice können die Mitarbeiterinnen in zwei Büros wichtige Angelegenheiten ungestört prüfen und regeln. Dazu zählen zum Beispiel das Prüfen von fertiggestellten Ausweisdokumenten, das Erfassen von Gewerbeanzeigen oder das Fertigstellen von Fischereischeinen.

Für die Planung war das Architektenbüro „ST-Bauplan“ zuständig, das die Planungen in enger Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt und dem Team des Bürgerbüros erarbeitet hat. So konnte man dem Wunsch nach der Erhaltung historischer Bausubstanz ebenso gerecht werden wie den Erfordernissen einer modernen Verwaltung und eines kundenorientierten Dienstleistungsbetriebs. Selbstverständlich ist das neue Bürgerbüro rollstuhl- und kinderwagengerecht gestaltet.

Das gesamte Team freut sich auf den Tag, an dem die Türen für den Publikumsverkehr öffnen dürfen. Bis dahin sind die Mitarbeiterinnen telefonisch unter folgenden Rufnummern zu erreichen: 94-1391, 94-1392 und 94-1393 sowie per E-Mail an buergerinfo@bad-waldsee.de.