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Mehr Hochwasserschutz für Bad Waldsee: Arbeiten für Rückhaltebecken Krumhalde haben begonnen

Mehr Hochwasserschutz für Bad Waldsee: Arbeiten für Rückhaltebecken Krumhalde haben begonnen
Harald Beyrle (Leiter der Stadtentwässerung), Anja Muszynski (Mitarbeiterin der Stadtentwässerung) und Bürgermeister Matthias Henne (von links) freuen sich über den Beginn der Bauarbeiten zum Hochwasserschutz. (Bild: Brigitte Göppel)
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Bad Waldsee – Am 23. April haben die Bauarbeiten für den Bau des Hochwasserrückhaltebeckens „Krumhalde“ begonnen. Es ist der erste von zwei Bauteilen für den hochwassersicheren Ausbau und die Verbesserung der Gewässerökologie des Urbachs im Stadtgebiet.

Das Hochwasserrückhaltebecken hat ein Speichervolumen von etwa 23.500 Kubikmetern. Es ist auf den Hochwasserbemessungsfall „HQ 100“, das so genannte hundertjährige Hochwasser, ausgelegt. Die dazu notwendigen Staubauwerke, bestehend aus Schutzmauern und Erddämmen, werden entlang des Unterurbacher Weges verlaufen. Aufgrund der bereits vorhandenen Dammsituation durch den Straßenaufbau des Unterurbacher Weges sind dabei meist nur geringe Höhenunterschiede bis maximal 1,5 Meter zu überbrücken. Lediglich im Bereich der Drosselbauwerke und im Bereich des ehemaligen Fußweges muss die volle Aufstauhöhe von etwa zwei Metern baulich in Anspruch genommen werden. Die bestehende Verrohrung unter dem Unterurbacher Weg muss durch einen leistungsfähigen Rechteckdurchlass ersetzt werden. Durch die baulichen Gegebenheiten des neuen Durchlasses wird die Straße in diesem Bereich auf einer Länge von etwa 80 Metern angehoben werden. Der Notüberlauf des Hochwasserrückhaltebeckens befindet sich im Bereich des Durchlasses. Der Straßenquerschnitt mit Gehweg wird in diesem Bereich baulich so umgestaltet, dass ein geordneter Notüberlauf über die Verkehrsflächen stattfinden kann. Die Drosselung des ehemaligen Mühlkanals, östlich des Wohnmobilhafens, sowie des Urbachs am Drosselbauwerk erfolgt über automatisch steuerbare Schütze. Das Hochwasserrückhaltebecken wird mit einer elektrischen Mess-Steuer-Regelungstechnik ausgerüstet und an das Prozessleitsystem der Stadtentwässerung angeschlossen. Von dort wird im Störfall der Stauwärter alarmiert.

Für Harald Beyrle, Leiter der Stadtentwässerung, ist der Bau dieser Hochwasserschutzmaßnahme eine sehr wichtige Schutzmaßnahme, die ihm sehr am Herzen liegt. Bereits während seiner Ausbildung beim ehemaligen Wasserwirtschaftsamt in den 80er-Jahren habe er sich damit beschäftigt.

„Wenn diese Maßnahme umgesetzt ist, dann kann ich sicherlich besser schlafen“, so Beyrle. Die Baumarbeiten werden voraussichtlich im September abgeschlossen sein. Auch Bürgermeister Matthias Henne freut sich sehr über den Beginn der Bauarbeiten: „Hochwasserschutz ist für unsere Bürgerinnen und Bürger sehr wichtig. Denn Wasser kann innerhalb kurzer Zeit sehr viel zerstören und große Schäden hinterlassen.“

Für den ersten Bauteil liegt die Kostenschätzung bei rund 860.000 €, vom Land gibt es eine Förderung in Höhe von 293.900 €. Zuvor hatte man eine Nutzen-Kosten-Untersuchung durchgeführt und die Wirtschaftlichkeit der Maßnahme inklusive Gewässerausbau nachgewiesen. Ohne die Hochwasserschutzmaßnahmen am Urbach wurde bei einem Hochwasserereignis der Kategorie HQ 100 ein Schadenspotenzial von 3,2 Millionen Euro errechnet. Der zweite Bauteil ist der Gewässerausbau. Er beginnt an der Hittisweiler Straße und endet am Stadtsee. Hierfür sei ein zeitaufwändiges Planfeststellungsverfahren notwendig, erklärt Harald Beyrle. Der angestrebte Hochwasserschutz werde nur in der Kombination von Hochwasserrückhaltebecken und Gewässerausbau erreicht.