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Angela Bleuel feierte 105. Geburtstag

Angela Bleuel feierte 105. Geburtstag
Da derzeit kein Bild möglich ist, gratuliert die Stadt mit einem aktuellen Blumengruß, entstanden am Stadtsee. (Bild: Brigitte Göppel)
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BAD WALDSEE – Die älteste Bürgerin Bad Waldsees, Angela Bleuel, hat am 27. April ihren 105. Geburtstag gefeiert. Dazu gratulierte die Stadt herzlich und ließ der Jubilarin eine Urkunde sowie einen Geschenkkorb zukommen. Aufgrund der momentanen Lage konnte kein Besuch stattfinden. Auch ein Fest im Kreis der Familie war nicht möglich.

In ihrem langen Leben hat die Jubilarin viel erlebt und musste auch einige schwere Schicksalsschläge verkraften. „Meine Mutter ist sehr gläubig. Ihr tiefer Glaube hat ihr dabei geholfen“, erzählt die Tochter Elisabeth Heinrich. Geboren wurde Angela Bleuel auf einem kleinen Bauernhof in der Nähe von Fulda. Als sie gerade ein Jahr und einen Tag alt war, fiel ihr Vater im Ersten Weltkrieg. Von da an musste ihre Mutter sie und ihre fünf Brüder allein groß ziehen – leider nicht sehr lange, denn als Angela Bleuel gerade einmal neun Jahre alt war, verstarb auch ihre Mutter. Von da an kümmerte sich die Tante um die verwaisten Kinder und zog diese wie ihre eigenen Kinder groß. Der älteste Bruder sollte den Hof übernehmen. Doch er kehrte nicht aus dem Zweiten Weltkrieg zurück.

Im Alter von 27 Jahren ging Angela Bleuel nach Essen und erlernte den Beruf der Krankenschwester. Ein paar Jahre später heiratete sie und brachte vier Kinder zur Welt. Mittlerweile bereichern auch zwei Enkelkinder ihr Leben. 1997 verstarb ihr Mann.

Vor achteinhalb Jahren holte Elisabeth Heinrich ihre Mutter von Fulda nach Bad Waldsee. Nachdem Angela Bleuel im Februar 2013 sehr schwer erkrankte, lebte sie zunächst zwei Jahre im Städtischen Alten- und Pflegeheim Spital zum Heiligen Geist. Vor viereinhalb Jahren holten Elisabeth Heinrich und ihr Mann Johannes die „Muddi“ dann wieder nach Hause und kümmern sich um sie. Es ist beeindruckend, was das Ehepaar leistet. „Das geht aber auch nur, weil wir beide Rentner sind und zudem von der Nachbarschaftshilfe sowie tollen Nachbarn unterstützt werden“, sagt die Tochter.