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Bienenvolk von bösartiger Faulbrut überfallen

Bienenvolk von bösartiger Faulbrut überfallen
Gefährliche Seuche: Die Amerikanische Faulbrut kann eine Bienenbrut in Windeseile vernichten (Foto: Pixabay)

Das Veterinäramt hat bei einem Bienenvolk im Scheidegger Ortsteil Rickenbach Amerikanische Faulbrut festgestellt. Dabei handelt es sich laut dem Landratsamt Lindau um eine anzeigepflichtige Tierseuche bei Bienen.

SCHEIDEGG – Das Landratsamt Lindau schlug sofort Alarm und erklärte den Bereich um den Ausbruchbestand in einem Umkreis von zwei Kilometern zum Sperrgebiet. Dadurch stehen die darin enthaltenen Bienenbestände nun unter behördlicher Beobachtung. Für Imker in diesem Gebiet bedeutet das, sie dürfen die Bienenbestände weder versetzen, noch Waben und deren Abfälle, Wachs, Honig, Futtervorräte, Bienenwohnungen oder benutzte Gerätschaften aus den Bienenständen im Sperrgebiet entfernen.

Doch worum handelt es bei dem bösartigen Erreger genau? Die Amerikanische Faulbrut ist ein sporenbildendes Bakterium, das sehr widerstandsfähig und ansteckend ist – und ausschließlich die Brut der Honigbiene befällt. Der Erreger gelangt über das Futter in den Darm der Larve. Bei jungen Larven reichen wenige Sporen zum Ausbruch der Krankheit. Die Sporen keimen zu Bakterien aus und töten die Larven. Bei älteren Larven dauert es länger. Während der Verdeckelung der Brutzellen kommt es zur massenhaften Vermehrung der Bakterien. Streckmaden und Puppen werden mitsamt des Exoskelettes vollständig zersetzt. Zurück bleibt eine schleimige Masse, die zu einem Schorf eintrocknet. Der Schorf enthält Milliarden von Sporen.

Tödliche Gefahr

Putzbienen nehmen die Sporen der Amerikanischen Faulbrut beim Reinigen der Zellen vom Schorf auf. Als Ammenbienen geben die infi zierten Bienen dann infi ziertes Futter an die Larven ab. Als Flugbienen bringen sie die Sporen speziell bei einer Räuberei in andere Völker. Eine Übertragung kann aber auch über Honig erfolgen, der durch Sporen verseucht ist. Dieser stammt dann entweder aus Imkereien und Abfüllbetrieben sowie aus Mülldeponien oder vom Altglascontainer. Imker sollten deshalb auschließlich Völker mit einem Gesundheitszeugnis kaufen und keinen Honig anderer Imker verfüttern – vor allem keinen Importhonig. Für Menschen soll die Amerikanische Faulbrut jedoch ungefährlich sein. Laut dem Landratsamt kann Honig ganz normal konsumiert werden.

Das Veterinäramt will die Bienenvölker gemeldeter Imker innerhalb des Sperrgebiets im Landkreis Lindau in den nächsten Tagen untersuchen. Nicht gemeldete Imker sollen sich dringend beim Veterinäramt unter EMail: veterinaeramt@landkreislindau.de oder Tel: 08382/270-502 melden. Schon beim Verdacht der Bienenseuche müssen Imker den Amtstierarzt informieren. Dieser kümmert sich dann um die gesetzlich geregelte, staatliche Seuchenbekämpfung.

Eva Heine