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Vergleich in der Causa Gläßer

Vergleich in der Causa Gläßer
Thomas Gläßer (Bild: Ulrich Stock)

Lindau – Im Rechtsstreit mit Thomas Gläßer hat die Stadt Lindau einen außergerichtlichen Vergleich geschlossen. Wie das WOCHENBLATT in Erfahrung brachte, soll der ehemalige Geschäftsführer der Stadtwerke Lindau als Abfindung für seine Kündigung ein Jahresgehalt in Höhe von 225 000 Euro (brutto) erhalten. Der Stadtrat hat dem Deal bereits zugestimmt.

Insider sprechen im Zusammenhang mit dem Vergleich von einem guten Ergebnis. Denn zum einen sei das Risiko nicht einschätzbar gewesen, wie ein Prozess vor Gericht ausgegangen wäre. Zum andern sei die Abfindungssumme, auch wenn sie schmerze, noch tragbar – zumal der Dienstvertrag des Ex-Stadtwerke-Chefs erst Ende 2023 ausgelaufen wäre. Damit hätte Gläßer, der Ende September fristlos gekündigt worden war, rein theoretisch noch Anspruch auf 51 Monatsgehälter gehabt. Zur Erinnerung: Gläßers Vertrag war noch knapp ein Jahr vor seiner Entlassung um weitere fünf Jahre verlängert worden.

Rechtsanwalt Uwe Birk, der die Stadt gegenüber Gläßers Anwälten vertreten hatte, kannte offensichtlich diese Risiken, als er im Schreiben an die Hamburger Anwaltskanzlei ausführte, dass man sich auch eine „einvernehmliche Regelung“ vorstellen kann. Zuvor hatte Birk noch betont, dass Gläßer „in vielfältiger und massiver Weise gegen seine Pflichten aus dem Dienstvertrag verstoßen“ habe. Für die Stadtwerke macht er Schadenersatzansprüche in Höhe von rund 47 000 Euro geltend.

Unterdessen ist, wie berichtet, noch ein Ermittlungsverfahren gegen Gläßer bei der Staatsanwaltschaft Kempten im Gange. Dabei wird geprüft, ob sich der ehemalige Stadtwerke-Chef während seiner Tätigkeit in strafrechtlicher Hinsicht hat etwas zu Schulden kommen lassen. Auslöser für diese Ermittlungen war eine Anzeige des Lindauer Stadtrates Matthias Kaiser, der auch Mitglied des Aufsichtsrats der Stadtwerke ist, wegen des Verdachts auf Untreue.