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Steinhügel im Bodensee geben Rätsel auf

Steinhügel im Bodensee geben Rätsel auf
Ein mysteriöser Fund: 170 Steinhügel auf dem metertiefen Bodenseegrund geben den Archäologen zahlreiche Rätsel auf (Foto: Pixabay)

Wussten Sie, dass es eine Stelle im Bodensee gibt, die Wissenschaftler schon seit Jahren zum Grübeln bringt? Dort liegen nämlich rund 170 Steinhügel metertief unter der Wasseroberfl äche versteckt. Fest steht nur, dass die Hügel vor dem Schweizer Bodenseeufer von Menschenhand aufgeschüttet wurden. Doch wer hat sie gebaut – und wozu überhaupt?

Stonehenge vom Bodensee

Die Steinhügel wurden erstmals 2015 bei einer Tiefenvermessung des Bodensees vom Institut für Seeforschung in Langenargen entdeckt. Archäologen aus dem Kanton Thurgau fanden dann später heraus, dass die Hügel nahe Uttwil bereits in der Jungsteinzeit vor fast 6 000 Jahren aufgeschüttet worden sein müssen. Dafür hatten die Forscher Bohrproben aus rund acht Metern Tiefe an den Hügeln vorgenommen. Zunächst dachte man, dass es sich dabei um natürliche Ablagerungen des Bodenseegletschers vor circa 18 000 Jahren handeln würde.

Weitere Untersuchungen ergaben jedoch, dass die Hügel von Menschenhand aufgeschüttet worden waren. Die Archäologen gehen davon aus, dass die Hügel zur Zeit des Baus im fl acheren Wasser gelegen haben – weil dieses den Menschen damals maximal bis zum Bauchnabel reichte. Doch wozu sollten die Steinhügel dienen? Auch hierzu gibt es nach wie vor die verschiedensten Theorien. Eine geht zum Beispiel davon aus, dass die Steinhügel einen kultischen Hintergrund haben. In diesem Zusammenhang fi el sogar der Begriff „Stonehenge vom Bodensee“.

So könnte die Stelle beispielsweise als Begräbnisplattform oder als Denkmal für Verstorbene genutzt worden sein. Eine andere Theorie lässt vermuten, dass die wie Perlen aufgereihten Steinhügel zu Pfahlbauten im Bodensee gehören. Denn zwischen den Steinhaufen wurden auch Hölzer gefunden, die darauf hindeuten, dass die Hügel gegebenenfalls auch aus der Bronzezeit stammen könnten – und somit zu Pfahlbauten gehörten, die ebenfalls tief unter Wasser liegen und bisher unentdecket geblieben sind.

Eva Heine