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LTK kann der Corona-Krise trotzen

LTK kann der Corona-Krise trotzen
(Bild: Adobe Stock)
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Lindau – „Natürlich trifft Corona auch die Lindauer Tourismus – und Kongress-GmbH empfindlich“, sagt LTK-Geschäftsführer Carsten Holz, aber wir sind Gottseidank breit aufgestellt. Das hilft uns jetzt.“ Holz befürchtet für das Jahr 2020 einen Umsatzrückgang im mittleren sechsstelligen Bereich. Dieser könne noch wachsen. Allerdings stünden ihm sinkende Kosten gegenüber. Zudem muss er sich auf die Suche nach einem neuen Caterer und Betreiber für das Inselhallenrestaurant machen.

Katastrophenstimmung verbreitet Holz nicht: „Unsere Strategie ist klar auf die Zukunft ausgerichtet“, sagt er. So sei es gelungen, einmalige Veranstaltungen auf das kommende Jahr zu verschieben. „Wir sind mit allen Kunden im engen Kontakt und schnüren mit ihnen individuelle Pakete“, so Holz. „Zudem hatten wir bislang sehr gute Zahlen und auch die Buchungslage für 2021 ist bereits jetzt sehr gut“, ist er eher hoffnungsvoll.

Der LTK kommt jetzt zu Gute, dass sie bereits – teils gezwungenermaßen – mit einem relativ knappen Personalstamm arbeiten musste. „Wir hatten unter anderem zwei Stellen seit einigen Monaten nicht besetzt. Da sind natürlich jede Menge Überstunden angefallen, die wir jetzt abbauen.“

Allerdings gebe es in der Inselhalle noch jede Menge Optimierungsarbeiten, sodass ausreichend Arbeit vorhanden sei. „Wir hoffen natürlich, im Herbst den Tagungsbetrieb wieder aufnehmen zu können“, so Holz.

Einen Wechsel wird es bei der Gastronomie geben. Bereits im Februar hatte der Pächter wegen der Möglichkeit einer vorzeitigen Vertragsauflösung angefragt. Neben wirtschaftlichen Gründen gebe es offensichtlich auch triftige persönliche Gründe.

„Parallel arbeiten wir an einem Gastronomie-Konzept für die Nachfolgelösung. Dabei werden wir das wertvolle Feedback unserer Kunden sowie die Erfahrungen der vergangenen Jahre einfließen lassen. Das bisherige Exklusiv-Pächter-Modell steht dabei auf dem Prüfstand. Unser Ziel ist es, mit dem neuen Angebot einige Verbesserungen herbeizuführen und mehr Flexibilität für unsere Kunden zu ermöglichen. “, so Holz.

Ein wichtiger Baustein im Angebot der LTK soll in Zukunft der Campingplatz „Park-Camping am See“ werden. „Mit diesem zusätzlichen, attraktiven Angebot können wir noch mehr Synergien innerhalb der LTK nutzen und den Qualitätstourismus weiter vorantreiben.“, sagt der Geschäftsführer.

Und er fügt an. „Die LTK ist bereichsübergreifend, dezentral und dabei sehr kompakt aufgestellt. Im Unterschied zu anderen Städten in der Region und darüber hinaus vereinen wir Tourist-Information, Marketing, Inselhalle und auch bald einen Campingplatz in einer Gesellschaft. Die im Vergleich zu anderen Städten verhältnismäßig geringe Fixkostenstruktur hilft uns in der Krise.“

Holz sieht sich auch den Betrieben in Lindau gegenüber in der Verantwortung: „Als Wirtschaftsförderungsbetrieb unternehmen wir größtmögliche Anstrengungen, um das Tourismus- und Kongressgeschäft schnellstmöglich wieder anlaufen zu lassen. Heutige Kulanz sichert den Gast von morgen, das merken wir jetzt schon an den positiven Reaktionen unserer Tagungskunden. Somit halten wir die langfristigen Kundenbeziehungen fest im Blick – und zwar mit voller Verantwortung gegenüber der langfristigen finanziellen Leistungsfähigkeit der Stadt und unseres Unternehmens.“

Mit den Lindauer Hoteliers habe es bereits in den letzten Monaten sehr regelmäßige Gespräche gegeben, zudem ein kurzfristig angesetztes Corona-Krisen-Gespräch am 13. März. „Hier sind wir in einem sehr konstruktiven Austausch. Wenn hoffentlich 2021 Normalität einzieht, stehen wir vor einem erfolgreichen und lebendigen Tagungs- und Tourismusjahr. Zumal wir damit rechnen, dass der Deutschlandtourismus noch an Gewicht zunehmen wird“, blickt Holz voraus.