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Lindaus neue Stadtregierung steht

Lindaus neue Stadtregierung steht
Abschiedsgeschenk der Stadtverwaltung für OB Gerhard Ecker: Birgit Russ von der Geschäftsstelle überreicht ein Foto des Römerbades. (Bild: Ulrich Stock)

Wechsel an der Spitze: Claudia Alfons folgt auf OB Gerhard Ecker, der nach acht Amtsjahren zurück nach Augsburg geht. Mit 12 neuen Stadträten und Stadträtinnen sowie zwei neu-en OB-Stellvertretern vollzieht Lindaus Stadtparlament auch den Beginn einer neuen Ära.

LINDAU – Abschied und Neuanfang – der Wechsel von der alten zur neuen Lindauer Stadtregierung wurde binnen weniger Tage vollzogen. Hat der alte Stadtrat in seiner letzten Sitzung vorige Woche OB Gerhard Ecker und annähernd die Hälfte seiner Mandatare verabschiedet, hatte am vergangenen Montag Claudia Alfons als neue Oberbürgermeisterin der Stadt Lindau ihren ersten offiziellen Auftritt, als sie ihren Amtseid leistete. Selbigen absolvierten auch die neuen Stadträtinnen und Stadträte – insgesamt zwölf an der Zahl. Diese durften anschließend gleich mit abstimmen, als die OB-Stellvertreter vom 30-köpfigen Stadtrat und der Oberbürgermeisterin gewählt worden. Die erste Stadtratssitzung der neuen, wiederum sechsjährigen Legislaturperiode fand Corona-bedingt im großen Saal der Inselhalle statt. Offizieller Amtsantritt von Lindaus neuem Stadtoberhaupt war am 1. Mai. Doch erst mit dem Ableisten des Diensteides, den Uli Gebhard als ältester Stadtrat ihr abnahm, ist Claudia Alfons auch rechtskräftig im Amt. So wird sie, wie am Montagabend bereits geschehen, auch die künftigen Stadtratssitzungen leiten.

Vereidigt wurden ebenfalls die neuen Stadtratsmitglieder Klaus Adams, Marc Hübler und Claudia Mayer (jeweils CSU), Pius Bandte und Daniel Obermayr (beide Bunte Liste), Andreas Jäger und Annette Schäfler (beide Freie Bürgerschaft), Gerhard Fehrer (SPD), Florian Nüberlin (FDP), Christiane Norff (ÖDP), Rainer Rothfuß (AfD) sowie Ulrich Schöffel (Bürger Union). Damit sind im neuen Stadtrat elf (statt bisher zehn) Parteien bzw. Gruppierungen vertreten, was Mehrheitsfindungen künftig noch schwieriger machen dürfte. Allemal spannend verlief die Wahl der beiden OB-Stellvertreter, sprich die Posten zweiter und dritter Bürgermeister. Denn schon kurz nach der Stadtratswahl am 15. März hatte die Bunte Liste (BL) als klarer Wahlgewinner mit den meisten Stimmen bzw. fünf Mandaten (= 20 Prozent der Sitze) ihren Anspruch auf das Amt des zweiten Bürgermeisters proklamiert und no-minierte Ulrike Lorenz-Meyer.

Doch es sollte anders kommen. Trotz aller Zersplitterung im neuen Stadtrat formierte sich eine bürgerliche Mehrheit und schlug Mathias Hotz, Stadtrat der Jungen Aktiven ( JA) und ehemaliger OB-Kandidat, für das Amt des zweiten Bürgermeisters vor. Dieser wurde denn auch mit 20:11 Stimmen gewählt. Beim Posten des dritten Bürgermeisters nahmen die Bunten mit Lorenz-Meyer einen neuen Anlauf, scheiterten aber erneut. Hier setzte sich mit Katrin Dorfmüller die Kandidatin der SPD durch. Sie erhielt 23 der insgesamt 31 Stimmen (von OB Alfons und Stadträten).

Würdigung und Abschied

Der bisherige OB Gerhard Ecker und die ehemaligen Stadträte wurden bereits in der vorausgegangenen letzten Sitzung des alten Stadtrats am Mittwoch voriger Woche verabschiedet. In seiner Laudatio hob Bürgermeister Uwe Birk, der nach 30 Jahren den Stadtrat verlässt, die Erfolge Eckers hervor. Besonders erwähnt wurde die Vielzahl an Großprojekte, die Ecker in seiner Amtszeit auf den Weg bzw. zur Fertigstellung brachte – darunter die Bahnunterführung Langenweg, die Erweiterung der Inselhalle und den Neubau der Therme.

Lindaus neue Oberbürgermeisterin Claudia Alfons bei der Vereidigung.