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Jetzt erste Fälle bestätigt

Jetzt erste Fälle bestätigt
(Bild: Ulrich Stock)

Lindau – Ein 40-jähriger Mann aus Lindau und ein 15-jähriges Mädchen aus dem Westallgäu wurden positiv auf das Coronavirus getestet. Beide Personen waren in Südtirol im Urlaub. Die Betroffenen und weitere Kontaktpersonen wurden unter häusliche Quarantäne gestellt.

Nun ist das Coronavirus auch im Landkreis Lindau angekommen. Am Mittwoch wurden die ersten bestätigten Fälle von COVID-19 (Coronavirus SARS-CoV-2) bekannt. „Um die Infektionsketten zu unterbrechen, müssen wir schnell handeln“, erklärte Landrat Elmar Stegmann bei einer Pressekonferenz. Deshalb habe man die beiden Patienten und deren Familien „vorsichtshalber unter 14-tägige häusliche Quarantäne gestellt“. Diese Vorkehrung habe man auch für 59 Kinder, vier Lehrer und zwei Betreuungskräfte aus zwei Schulen in Lindau getroffen – ebenso für Freunde, die mit der Lindauer Familie in Kontakt waren.

Bürgerinnen und Bürger, die den Verdacht haben mit Coronaviren infiziert zu sein und Krankheitssymptome haben, sollten sich mit ihrem Hausarzt telefonisch in Verbindung setzen, rät Amtsarzt Michael Bauerdick vom Lindauer Gesundheitsamt.

Patienten haben auch die Möglichkeit, unter der bundesweiten Rufnummer 116 117 den Ärztlichen Bereitschaftsdienst zu kontaktieren. Auch bei der Lindauer Asklepios-Klinik waren bereits zuvor Vorbereitungen getroffen worden, um gegebenenfalls infizierte Personen aufzunehmen.

Bislang habe sich in seiner Praxis erst ein Patient mit Verdacht auf das Coronavirus gemeldet, berichtet der hausärztliche Internist Dr. Dieter Hailer aus Lindau auf WOCHENBLATT-Anfrage. Ein Abstrich sei ans Labor geschickt worden – ein Ergebnis lag bei Redaktionsschluss allerdings noch nicht vor.

Die typischen Symptome seien ähnlich einer Erkältung oder Grippe, sprich ein Kratzen im Hals, Husten, Fieber, allerdings ohne Schnupfen. Atemschutz sei im Allgemeinen nicht zu empfehlen, so der Mediziner weiter. Stattdessen sei regelmäßiges gründliches Händewaschen mit Seife angesagt – besonders vor dem Essen oder wenn man nach Hause kommt.

Stefan Rösler von der Lindauer Löwen-Apotheke registrierte bereits vor Wochen „Lieferengpässe“ bei Atemschutzmasken, Sterillium oder anderen Desinfektionsmittel. Inzwischen sei dergleichen überhaupt nicht mehr lieferbar. Generell würden Atemschutzmasken „nur Sinn machen, wenn sie von infizierten Personen getragen werden, damit diese nicht andere Personen in ihrem Umkreis anstecken“. Allerdings seien dafür Masken der Klasse FFP3 notwendig, die den stärksten Schutz bieten, so Rösler.