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Fünf wollen in Lindau OB werden

Fünf wollen in Lindau OB werden
Florian Daiber (3.v.l.) mit den OB-Kandidaten Mathias Hotz (Foto: Stock)

Über 1 000 Interessierte waren zum Event „Klartext“ in die Inselhalle gekommen, um sich über die fünf Bewerber für das OB-Amt in Lindau zu informieren. Fazit nach drei Stunden: Einen Favoriten gab es nicht, wohl auch, weil bei vielen Themen die Positionen nicht weit auseinanderliegen.

Lindau – Moderator des Abends, war Florian Daiber.  Verteilt auf mehrere Module sollten die drei Männer und zwei Frauen „Klartext reden“ – mal im Rahmen einer Quiz-Fernsehshow, mal in einer Podiumsrunde zu einem Themenkreis, einem „Brennpunkt“, oder in Form eines persönlichen Appells an die Wähler.Aufgrund der Vielzahl von Themen soll an dieser Stelle nur auf den Brennpunkt „Bahnhof Reutin“ eingegangen werden, weil hier die Kandidaten unterschiedliche Standpunkte vertraten.

Auch in der Bevölkerung ist dies ein Streitthema, weil bei der Inbetriebnahme des Bahnhofs im Dezember die Infrastruktur (Parkplätze, Zufahrten etc.)  nicht fertiggestellt sein würde. „Die Stadt soll Straßen dorthin bauen, aber die Bahn verwehrt die Grundstücke und verweigert sich auch beim Bau eines neuen Bahnhofsgebäudes“, schimpfte Mathias Hotz, gemeinsamer OB-Kandidat der CSU, der Freien Bürgerschaft und der Jungen Alternative. Hier müsse ein OB Dampf machen, damit etwas vorwärtsgeht. Kai Kattau („Menschen in Lindau“) stimmte mit Hotz überein und sprach von einem „Ärgernis“.

Die Bahn habe den Verkauf der Grundstücke zugesagt. In der Verzögerung sieht er eine Art „Faustpfand“, um die Stadt bei Immobiliengeschäften unter Druck setzen zu können. Daniel Obermayr, zum zweiten Mal OB-Kandidat der Bunten Liste, wies auf die Bedeutung des Bahnhofs für den Nahverkehr (rund 3 600 Pendler) und die Stadtentwicklung um den Berliner Platz hin. Das Bild „Böse Bahn – hilflose Stadt“ stimme nicht, erklärte Claudia Alfons, die für die FDP, Lindau Initiative und die Bürgerunion kandidiert. Lindau habe sich in den Gesprächen mit der Bahn „nicht als verlässlicher Partner hervorgetan“. Verwaltung und Politik hätten es versäumt, sich um einen Investor zu kümmern oder dort selbst ein Gebäude zu planen.

All diesen Sichtweisen widersprach Claudia Halberkamp (SPD/Freie Wähler) entschieden. Da sie als Juristin bei der Stadt angestellt ist, scheint sie näher dran zu sein. Die Stadt sei ein harter Verhandlungspartner, das Verhältnis zur Bahn gut, betonte sie. Wege und Straßen zum Bahnhof seien sicher, weil die Stadt die Flächen pachten könne. Zudem habe der Stadtrat Vorkaufssatzungen für die Bahngrundstücke in Reutin und auf der Insel beschlossen, womit ein Verkauf verhindert werden können. 

Ulrich Stock