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Ermittlungen im Fall Gläßer

Ermittlungen im Fall Gläßer
Thomas Gläßer (Bild: Ulrich Stock)

Lindau – Auf WOCHENBLATT-Anfrage hat die Staatsanwaltschaft Kempten bestätigt, dass bereits Ende Januar ein Ermittlungsfahren gegen den ehemaligen Geschäftsführer der Lindauer Stadtwerke, Thomas Gläßer, eingeleitet wurde. Um zu prüfen, ob die Vorwürfe – unter anderem wegen Untreue – zutreffen oder nicht, würden zurzeit „Zeugen vernommen“.

Während sich Thomas Gläßer mit einer Zivilklage gegen seine Entlassung vom September 2019 wehrt, prüft die Staatsanwaltschaft, ob sich der Ex-Stadtwerke-Chef während seiner Tätigkeit als Geschäftsführer in strafrechtlicher Hinsicht hat etwas zu Schulden kommen lassen. Wie berichtet hatte der Lindauer Stadtrat Matthias Kaiser, der auch Mitglied des Aufsichtsrats der Stadtwerke ist, wegen des Verdachts auf Untreue gegen Gläßer Anzeige erstattet.

Staatsanwalt Ferdinand Siebert, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Kempten, teilte auf Anfrage mit, dass im Rahmen des eingeleiteten Ermittlungsverfahrens „nun Zeugen vernommen werden, um den angezeigten Sachverhalt näher zu eruieren und letztlich auch zu verifizieren“. Bis zu einem endgültigen Urteil gelte für Gläßer die Unschuldsvermutung, so der Staatsanwalt.

Die Anzeige stützt sich inhaltlich auf die schriftliche Erwiderung zur Klage Gläßers gegen die Stadt. Darin führt Rechtsanwalt Uwe Birk insgesamt fünf „Sachverhaltskomplexe“ auf, bei denen es zu Verfehlungen des ehemaligen Stadtwerke- Chefs gekommen sein soll. Oberbürgermeister Gerhard Ecker hatte es mal so zusammengefasst: Gläßer habe „Privates und Geschäftliches nicht sauber getrennt“.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft gibt es drei Möglichkeiten, wie das Ermittlungsverfahren ausgehen wird. Neben Anklage und Freispruch gebe es auch die Variante, „dass sich die Vorwürfe nur in geringem Umfang bestätigen und „das Ermittlungsverfahren gegen Geldaufl age, sprich Zahlung einer bestimmten Summe für einen gemeinnützigen Zweck, eingestellt wird“. Über den Zeitpunkt einer Entscheidung könne er (noch) keine Angaben machen, so Staatsanwalt Siebert