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Dr. Claudia Alfons ist neue Oberbürgermeisterin

Dr. Claudia Alfons ist neue Oberbürgermeisterin
Dr. Claudia Alfons (Bild: Stefan Alfons)
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Lindau – Dr. Claudia Alfons ist neue Oberbürgermeisterin der Stadt Lindau. Die von der FDP, der Lindau Initiative (LI) und der Bürgerunion (BU) nominierte parteilose Kandidatin siegte in der Stichwahl gegen Mathias Hotz, den Kandidaten der Jungen Aktiven, der Freien Bürger und der CSU.

Dr. Alfons vereinte 52,7 Prozent der gültigen Stimmen auf sich. Hotz erreichte lediglich 47,3 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag mit 59,2 Prozent erfreulich hoch. Zum Vergleich: Bei der letzten Stichwahl im Jahr 2012 lag sie bei 51,7 Prozent.

Die Juristin wird ihr Amt am 1. Mai antreten. Sie folgt damit auf Dr. Gerhard Ecker, der die Stadt acht Jahre geführt hatte. Er beendete seine zweite Wahlperiode vorzeitig, damit die Wahlen zum Oberbürgermeisteramt und zum Stadtrat wieder parallel stattfinden können. Der SPD-Politiker war nicht mehr angetreten.

Die Stichwahl, die erstmals in der Geschichte des Freistaats kurzfristig in eine reine Briefwahl umfunktioniert wurde, war für die Stadtverwaltung ein enormer Kraftakt. Ungefähr 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren mit der Vorbereitung beschäftigt, ungefähr 100 mit der Wahl selbst. Zum enormen Zeitdruck, kamen auch die personellen Folgen der Coronakrise und Probleme bei der postalischen Zustellung der Wahlunterlagen.

Deshalb absolvierten die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Wahlbüros Sonderschichten, sodass die betroffenen Wählerinnen und Wähler ihre Unterlagen auch noch am Samstag und Sonntag abholen konnten. Ungefähr 130 Wahlberechtigte machten von dieser Möglichkeit Gebrauch.

Besonders betroffen war die Insel und hier die Namen vom Buchstaben „L“ aufwärts. Allerdings auch nicht durchgängig. Die genaue Fehleranalyse dauert derzeit (Dienstagnachmittag) noch an.

„Wir haben die Vorgaben des Freistaats umgesetzt und eine geordnete Wahl ermöglicht“, sagt die Wahlleiterin Tanja Bohnert. Darauf lasse auch die hohe Wahlbeteiligung schließen.

Schon zuvor hatte die kurze Vorbereitungszeit für erhebliche Mehrarbeit gesorgt. So konnten Wahlunterlagen erst am Freitag, 20. März, fertig gestellt werden, weil die Firma Kommuna für den Fall der Briefwahl aller Wähler erst Mittwoch 18. März, das Programm ändern konnte, und die Stadt erst am Donnerstag mit dem Drucken der 20.000 Wahlscheine beginnen konnte.

Der Verlag konnte die durch die reine Stichwahl zusätzlich erforderlich werdenden und noch zu bestellenden Briefwahlunterlagen erst bis Freitagfrüh liefern. Sodann haben städtische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterschiedlicher Ämter und Einrichtungen bis Samstagabend, 19 Uhr, alles eingetütet (200 Briefwahlunterlagen gingen bereits am 20. März aus dem Haus).

Sämtliche restliche Briefwahlunterlagen gingen Montag, 23. März, um 8 Uhr aus dem Haus, sie wurden eigens von der Post abgeholt.

Die ersten Unterlagen gingen dann bereits am Dienstag bei den Bürgern ein, die letzten leider erst am Donnerstag – die Post fuhr wegen Corona in zwei Schichten täglich. Nach Rücksprache mit der Post hatte diese Freitagmorgen keine Wahlunterlagen mehr zur Verteilung.

Derzeit läuft die Fehlersuche. „Wir müssen sehen, ob es an unserem neuen Wahlprogramm lag, oder ob es andere Gründe gibt. Diese Analyse wird dauern. Laut unserem Wahlprogramm sind für alle Wahlberechtigten Wahlscheine gedruckt worden“, fasst Bohnert zusammen.