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Wie soll man mit der Generation Z umgehen? ++Video++

Wie soll man mit der Generation Z umgehen? ++Video++
Salemer Gespräche (Bild: Oliver Hofmann)

Salem – Zum 40. Jubiläum der Salemer Gespräche hatten die Wirtschaftsjunioren am Freitag wieder ins Schloss Salem geladen. „Fachkräftemangel – Was macht Arbeitgeber langfristig attraktiv für qualifizierte Arbeitskräfte der Generation Z?“. Schon allein dieses spannende Thema garantierte ein volles Haus. Begrüßt wurden die Gäste vom Vorstand der Wirtschaftsjunioren, Frank Burkert. Auch der Schulleiter von Salem, Bernd Westermann, war in seiner Begrüßung voller Freude, dass die Wirtschaftsjunioren nach einem Zwischenspiel in Weingarten wieder nach Salem gekommen waren.

Den Einstig machte dann der Generationenforscher Lorenz Schlotter mit einem Impulsvortrag. Aus seiner Sicht ist die Generation Z nicht weniger leistungsbereit als ihre Vorgänger, allerdings weniger karriere- und dafür mehr freizeitorientiert. Unter der versierten Leitung von Moderator Rolf Benzmann diskutierten dann vier ausgewiesenen Fachleute aus der Praxis diese Fragen. Norbert Christlbauer von der Firma Elobau in Leutkirch nannte dabei die jährlichen Mitarbeitergespräche einen totalen Unsinn. „Die heutigen Bewerber müssen vom ersten Tag spüren, dass man sie ernst nimmt“, so seine Erfahrung. Die neue Generation suche auch echte Verantwortung und man muss ohne Vorbehalte aufeinander zugehen.

Joachim Wolf, der Leiter der Sonnenlugerschule in Mengen, schwärmte von seinem Projekt „startklar“. Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels ins Leben gerufen, werden dabei die Stärken der Schüler ausgewertet hat. „Wenn man die Schüler in ihren Stärken stärkt, dann ist das Ergebnis Begeisterung und Motivation“, weiß er zu berichten.

Alexandra Mebus, seit einem Jahr Personalvorstand der Friedrichshafener Zeppelin GmbH, ist für mehr Flexibilität in den Arbeitszeitmodellen. „Es muss normal werden, dass auch der Mann in Teilzeit arbeitet oder Elternzeit in Anspruch nimmt, dass erwarte die Generation Z“, da ist sie sicher.

Rainer Kapellen, zuletzt Bürgermeister von Laupheim, jetzt selbständiger Unternehmensberater, sieht vor allem auf den öffentlichen Dienst große Probleme zukommen. „Das ist wie ein träger Tanker, dort können die Verantwortlichen aufgrund von Vorgaben nicht alles umsetzen, als Folge bleiben die Erfolgserlebnisse ein Stück weit aus“, ist er sich sicher.

Friedrich Striegler von der IG Metall sieht auch seine Gewerkschaft wie die Gesellschaft im Umbruch. „Die Marktwirtschaft darf man nicht nur von einer Seite betrachten. Auch ich arbeite für meinen Lebensunterhalt, nachdem ich keine reichen Eltern hatte, die mir Mietshäuser vererben konnte“, so schrieb er den anwesenden Unternehmern schließlich ins Stammbuch.

Text und Video von Oliver Hofmann