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Rolls-Royce produziert 3D-gedruckte Rahmen für Coronavirus-Schutzmasken

Rolls-Royce produziert 3D-gedruckte Rahmen für Coronavirus-Schutzmasken
Schutz vor Corona-Virus aus dem 3D-Drucker von Rolls-Royce: 260 per 3D-Drucker hergestellte Halterahmen für Gesichtsschutzmasken übergab Volker Wachter (links), Leiter der Sonderfertigung im Friedrichshafener MTU-Werk von Rolls-Royce, am Gründonnerstag an das Klinikum Friedrichshafen und die Kreisärzteschaft Bodenseekreis als Spende. Dr. Martin Eble, Geschäftsführender Oberarzt der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerzmedizin (Mitte) sowie Dr. Germar Büngener (rechts), Vorsitzender der Kreisärzteschaft Bodenseekreis nahmen die Maskenrahmen in Empfang. Die Masken gehen an das Personal des Klinikums und der Seniorenheime der Bruderhausdiakonie in Friedrichshafen. (Bild: Rolls Royce)
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Friedrichshafen – Rolls-Royce hilft dem Pflegepersonal des Medizin Campus Bodensee und der Pflegeheime der Bruderhaus-Diakonie in Friedrichshafen, sich und ihre Patienten und Bewohner vor einer Infektion durch das Corona-Virus zu schützen.

Mit dem 3D-Drucker der Ausbildungsabteilung des Geschäftsbereichs Power Systems in Friedrichshafen stellt das Unternehmen Halterahmen für Gesichtsschutzmasken her, die derzeit auf dem Markt schwer oder zu deutlich überhöhten Preisen zu bekommen sind. Mit einer durchsichtigen Kunststoffscheibe versehen, die Dr. Germar Büngener, der Vorsitzende der Kreisärzteschaft Bodenseekreis, in München besorgt hat und mit überall eingesammelten Gummibändern schützen die Visiere Pflegepersonal und Patienten zuverlässig vor Tröpfcheninfektion. Rolls-Royce-Mitarbeiter übergaben 260 Rahmen als Spende an das Klinikum Friedrichshafen und die Ärzteschaft Bodenseekreis.

„Auf Grund des dauernden Umgangs mit Patienten sind unsere Mitarbeitenden des Pflegedienstes ständig der Gefahr ausgesetzt, sich zu infizieren oder ihrerseits das Virus zu übertragen. Eine solche Maske mit Plexiglasvisier verringert die Gefahr deutlich“, dankt Andreas Stübner, Pflegedirektor des Medizin Campus Bodensee für die schnelle und professionelle Unterstützung. „Der Schulterschluss zwischen der regionalen Industrie und den medizinischen Einrichtungen ist ein Zeichen der Stärke und macht uns zuversichtlich, die schwere Krisensituation gut zu überstehen“, fügt Dr. Martin Eble, Geschäftsführender Oberarzt der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerzmedizin an.

„Für uns war es Ehrensache, zu helfen, als wir erfuhren, dass die Masken derzeit Mangelware sind“, sagt Volker Wachter, der Leiter der Sonderfertigung beim Rolls-Royce-Geschäftsbereich Power Systems. Mit Hilfe eines an den Drucker angepassten 3D-Modells von der Elektronikschule Tettnang druckt der 3D-Drucker der MTU-Ausbildungsabteilung von Rolls-Royce jetzt fast unaufhörlich Schicht um Schicht aus feinstem Kunststoffpulver stapelweise die Maskenrahmen. Etwa 50 bis 60 Stück pro Tag schafft er. Die ersten 260 sind nun einsatzfertig. Vier Mitarbeiter der Entwicklungsabteilung, der Sonderfertigung und der Ausbildungsabteilung unterbrachen ihren Urlaub und kamen trotz Betriebsruhe in die Firma, um die Halterahmen fertig zu machen.

Dr. Germar Büngener, Vorsitzender der Kreisärzteschaft Bodenseekreis, trägt den ganzen Tag über eine solche Maske und versorgt seit drei Wochen seine Kolleginnen und Kollegin mit Nachschub. Die 130, die er von Rolls-Royce erhalten hat, übergibt er an die Bruderhausdiakonie, die in Friedrichshafen drei Senioren- und Pflegeheime betreibt. „Wir Ärzte sind täglich in den Kontakt mit den Bewohnern. Deshalb ist es wichtig, dass das Pflegepersonal sich und andere vor Ansteckung schützt. Eine solche Gesichtsmaske schützt alle Beteiligten sehr effizient und ist eine wichtige Ergänzung zum Mundschutz. Wir müssen alles dafür tun, um die Ansteckungskurve so flach wie möglich zu halten und gerade die älteren Menschen vor Ansteckung bewahren, damit wir unser Gesundheitssystem nicht überlasten“, sagt Büngener.