Ausgaben

Neue Argenbrücke eingehoben

Neue Argenbrücke eingehoben
Die neue Bahnbrücke wird von einem Spezialkran eingesetzt (Foto: Bahn)
WOCHENBLATT

Schwerstarbeit bei den Arbeiten für die Elektrifizierung der Südbahn: In einer spektakulären Aktion positionierte ein Spezialkran vergangene Woche Donnerstag die neue Eisenbahnbrücke über der Argen. Bahn, Baufirma und zahlreiche Zaungäste an der Baustelle konnten miterleben, wie der Schwerlastkran millimetergenau den rund 76 Meter langen Brückenkoloss exakt auf den neu gebauten Widerlagern absetzte.

Langenargen – Während des Einhubs bewegte der Schwerlastkran scheinbar mühelos die rund 560 Tonnen schwere Brücke, die in etwa dem Gewicht von 500 Kompakt-Pkw entspricht. Die neue Eisenbahnbrücke über die Argen wurde auf der Baustelle aus im Werk vormontierten Einzelteilen vor Ort zu einer Stahlfachwerkbrücke zusammengebaut.

Dazu mussten rund 11 000 Meter Schweißnähte ausgeführt und etwa 5 000 Quadratmeter Stahlfläche mit einem mehrschichtigen Korrosionsschutzanstrich versehen werden. Für die beiden Widerlager wurden 260 Kubikmeter Beton und 40 Tonnen Stahl verbaut. Insgesamt investierte die Deutschen Bahn für den Neubau der Argenbrücke rund acht Millionen Euro.

Nachdem die neue Brücke eingehoben wurde, gehen in den nächsten Wochen die Arbeiten u.a. mit dem Aufbau der Gleise und der technischen Ausrüstung, sowie der Oberleitung im Brückenbereich, weiter. 45 Lkw-Ladungen und vier Arbeitstage waren für das dreiköpfige Aufbauteam nötig, um den 1 300 Tonnen schweren Kran aufzubauen. Durch diesen speziellen Einsatz des Krans konnten beim Aus- bzw. Einhub der Brücke Eingriffe in die geschützte Natur minimiert und damit eine Forderung aus dem Planfeststellungsverfahren vollumfänglich umgesetzt werden.

Insbesondere konnte mit dem Kraneinsatz und der Vormontage auf der Baustellenfläche zahlreiche Bäume am Argenufer erhalten werden.Die vorhandene Eisenbahnüberführung über die Argen wurde 1898 als „Einfeld-Fachwerkträgerbrücke“ aus vernieteten Stahlprofilen mit einer Spannweite von 76 Metern erstellt. Die Erneuerung war notwendig, weil sie wegen zu geringer Breite und Höhe nicht mit der für die Elektrifizierung der Strecke erforderlichen Oberleitungstechnik ausgerüstet werden konnte.

Mit der Elektrifizierung der Südbahn realisiert die Deutsche Bahn AG in den nächsten Jahren schrittweise die Verbesserung der Anbindung des Bodenseeraumes und Oberschwabens an das nationale und internationale Schienenstreckennetz.

pm