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Erste Schritte zurück zum Normalbetrieb

Erste Schritte zurück zum Normalbetrieb
(Bild:MCB)
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Krankenhäuser des Medizin Campus Bodensee setzen auf umfassende Sicherheitsmaßnahmen

Friedrichshafen/Tettnang – Der Medizin Campus Bodensee bereitet in der Klinik Tettnang und im Klinikum Friedrichshafen alles auf die moderate Rückkehr in den Regelbetrieb ab Anfang Mai vor. Glücklicherweise blieb der dramatische Anstieg von Corona-Fallzahlen in der Bodenseeregion aus – die beiden MCB-Krankenhäuser wären bestens vorbereitet gewesen, hatten ihre Kapazität an Intensiv- und Beatmungsplätzen auf das Maximum erweitert und alle planbaren Eingriffe, es sei denn sie waren akut notwendig, verschoben. Jetzt können die Behandlungsplätze für Covid-19-Patienten wieder reduziert werden – das Klinikum Friedrichshafen wird knapp ein Drittel seiner Intensivbetten weiterhin für Patienten mit dieser Erkrankung vorhalten.

Äußerlich sichtbar sind die Veränderungen bereits ab kommenden Montag. Der Haupteingang des Klinikums wird neu strukturiert und jeder, der es betritt – egal ob er Patient, Besucher, Begleitperson oder Mitarbeiter ist – muss einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Jeder, der das Klinikum betritt (Mitarbeitende ausgenommen) muss dann nach der Händedesinfektion einen Fragebogen ausfüllen. So kann vor dem Betreten des eigentlichen Krankenhauses eine erste Triagierung in nicht-infektiöse und infektiöse Patienten sichergestellt werden. Denn genau darum wird es in den kommenden Monaten gehen: die zwingende Trennung von Covid-19-positiven Patienten von allen anderen Patienten verliert am MCB keinesfalls an Priorität und setzt sich im Klinikum weiter fort.

Hier wird in den kommenden Tagen eine Station mit sechs Zimmern technisch so ausgestattet, um ausschließlich Covid-19-Patienten zu behandeln. „Wir richten uns auf eine längere Behandlungsphase von mehreren Monaten ein“, erklärt Dr. Martin Eble, geschäftsführender Oberarzt der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerzmedizin. Auf dieser „Corona-Station“ werden Patienten isoliert behandelt, egal ob sie leichtere oder schwere Symptome haben oder beatmet werden müssen. Mitte Mai ist diese Station startklar. Durch die strikte Separation von Covid-19-Patienten ist das Klinikum Friedrichshafen in der Lage, auch die Zahl der Betten- und OP-Kapazitäten für planbare Eingriffe verantwortungsvoll zu steigern. Sollte sich das Aufkommen von Covid-19-Patienten rasch erhöhen, kann die Zahl der Intensivplätze und Beatmungsmöglichkeiten wieder hochgefahren werden. Aus diesem Grund bleibt auch die Zeltklinik, die der Bodenseekreis für die Pandemiephase angemietet und dem Klinikum als Zentralversorgungskrankenhaus zur Verfügung gestellt hat bis auf weiteres installiert (beim Ärztehaus).

Auch in der Klinik Tettnang, wo vor wenigen Tagen der Bauabschnitt II des OP-Neubaus beendet wurde, wird die moderate Rückkehr zum normalen Krankenhausbetrieb vorbereitet. Ab Anfang Mai stehen hier nun insgesamt fünf OP-Säle zur Verfügung und können genutzt werden. Bis vor kurzem wurde auch die Nutzung dieser Räume für eine große Anzahl von Covid-19 Patienten angedacht. Dass es nicht soweit kam, empfinden die Verantwortlichen und Mitarbeitenden des MCB als großes Glück.