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Die Segler am Bodensee machen aus ihrer Enttäuschung kein Geheimnis

Die Segler am Bodensee machen aus ihrer Enttäuschung kein Geheimnis
(Bild: privat)

Friedrichshafen – Die Segelsportfreunde am deutschen Bodenseeufer sind über die aktuellen Bestimmungen in der Coronakrise ziemlich verärgert. Während es den Mitstreitern in Österreich und der Schweiz erlaubt ist, ihre Boote unter Beachtung der Auflagen zu nutzen, ist es Philipp Wolf und seinen Gleichgesinnten verboten, die Häfen zu verlassen. Infolgedessen haben Wolf und Co. Nun eine Onlinepetition gestartet.

„Während unsere Freunde in Österreich und der Schweiz ihre Boote (unter den gängigen Auflagen) nutzen dürfen, ist in Deutschland eine mitunter sinnlose Regelung in Kraft: man darf das Boot zwar Ein- und Auskranen, es sichern und sich damit auch eigentlich ganz normal im Hafengelände aufhalten, den Hafen aber nicht verlassen“, ärgert sich der 38-jährige Philipp Wolf, dessen Sportboot derzeit in der Ultramarin-Marina in Langenargen liegt. Wolf ist nebenberuflich als Skipper unterwegs und in internationalen Gewässern wie beispielsweise vor Griechenland oder Italien auch mit größeren Booten unterwegs. Um seinem Ärger besser Luft machen zu können, hat Wolf eine Online-Petition gestartet, die am Dienstagmittag, 28. April, innerhalb von fünf Tagen bereits über 1900 Unterschriften mit sich brachte und dem Ziel von 2500 Fürsprechern immer näherkommt. „Uns frustriert, dass man derweilen von der Politik ignoriert wird, Verantwortlichkeiten hin- und hergeschoben werden zwischen dem Landrat und dem Land Baden-Württemberg in Stuttgart“, betont Philipp Wolf und ergänzt: „Ebenso wie die Regelung nicht wirklich verständlich ist – man darf zwar das Boot Ein- und Auskranen, sich also im Hafen aufhalten und das Boot dort auch bewegen, man darf auch theoretisch den Bodensee befahren – man darf nur nicht aus der Hafeneinfahrt rausfahren.

Die Regelung ist einfach absurd, und ich denke, dass wir mit der Petition so auch viele Unterstützer finden.“ Wolf ist Mitglied der vereinsübergreifenden Segelgruppe „Argensportboote“, in der sich bis zu 60 Segelsportfreunde aus Friedrichshafen, Gohren, Kressbronn und Langenargen „vor Corona“ zur abendlichen Mittwochsregatta vor Langenargen getroffen haben. „Wir fordern von der Politik, den „Paragraph 5a“ der Corona-Verordnung anzupassen. Es geht ja auch darum – gerade in diesen schweren Zeiten – mit Augenmaß Möglichkeiten des Ausgleichs für Bürger zu schaffen. Und wenn es irgendwo sicher ist mit genügend Mindestabstand, dann auf dem Wasser“, macht Wolf seinem Ärger Luft.

Die Online-Petition der Segelfreunde ist im Internet unter http://chng.it/JNQmpCQzVg zu finden.