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Bodensee-Airport mehrfach für Hilfsflüge geöffnet

Bodensee-Airport mehrfach für Hilfsflüge geöffnet
v.l.n.r.: HptFw Christian Krüger - Medizinisch-technischer Assistent am Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr, Dr. Susann Handrick - Projektmanagerin der Deutsch-Tunesischen Kooperation am Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr. (Bild: Bodensee Airport)
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Friedrichshafen – Auch weiterhin mit wichtiger Funktion als Infrastruktureinrichtung: Derzeit finden am Bodensee-Airport zwar keine Linien- und Charterflüge statt, er wurde aber aufgrund seiner flexiblen Öffnungszeiten mehrfach für medizinische Hilfsflüge genutzt.

Besonders wichtig ist diese Flexibilität für die äußerst zeitkritischen Organtransporte. Als Koordinierungsstelle für Organspenden stellt die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) Organtransporte zu jeder Tages- und Nachtzeit sicher – und hat dabei auch in den vergangenen Wochen den Bodensee-Airport Friedrichshafen genutzt.

Die erforderlichen Flughafenmitarbeiter wurden unmittelbar nach dem Eingang der Anfrage am Flughafen informiert und konnten somit für eine sichere Landung, die Betankung und den späteren Abflug des Flugzeuges mit seinem Ärzteteam sorgen. „Bei dem Transport von gespendeten Organen zu den Empfängern in den Transplantationszentren gibt es viele Herausforderungen“, sagt André Ebbing, Leiter der Stabsstelle Transportlogistik bei der DSO. Er ergänzt: „Das oberste Ziel ist es, die Zeit, in der das Organ nicht durchblutet wird, möglichst kurz zu halten. Das ist wichtig für die Qualität des Organs und den Erfolg der Transplantation. Da oft große Distanzen zwischen Spender und Empfänger zu überwinden sind und Organspenden nicht lange im Voraus planbar sind, sind wir beim Transport auf flexible und engagierte Partner wie den Bodensee-Airport angewiesen.“

Zwei Flüge mit Zielen in Afrika wurden ebenfalls in den letzten Tagen am Bodensee-Airport abgefertigt: mit einer langstreckentauglichen Falcon 50 wurden dringend benötigte Medikamente mit Zwischenlandung in Addis Abeba nach Réunion gebracht. Eine viermotorige Maschine vom Typ C-130 Hercules transportierte unter anderem auch medizinische Fracht nach Bizerte in Tunesien. Dabei handelte es sich um Labormaterial für die COVID-19-Diagnostik des Instituts für Mikrobiologie der Bundeswehr, das an deren tunesische Partner geliefert wurde. Die Unterstützung erfolgte im Rahmen eines vom Auswärtigen Amt und dem Bundesministerium der Verteidigung geförderten Projektes in Tunesien.

„Aufgrund der hohen Einsatzbereitschaft unserer Airport-Mannschaft können wir innerhalb von drei Stunden den Flughafen für solche wichtigen Flüge betriebsbereit machen – und können damit schnell reagieren. Gerne gebe ich deshalb den Dank unserer Kunden über die reibungslose Abfertigung an unser Team weiter.“ so Claus-Dieter Wehr, Geschäftsführer der Flughafen Friedrichshafen GmbH.