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Warme Worte im neuen alten Parkbad

Warme Worte im neuen alten Parkbad
Wiedereröffnung des Parkbades am Donnerstag in Laupheim (Bild: U. Landthaler)

Politiker müssen sich bekanntlich manchmal warm anziehen. Manchmal ist das aber auch die völlig falsche Strategie. Etwa bei einem Heimspiel wie der Wiedereröffnung des Parkbades am Donnerstag in Laupheim. Da wurde der Umstand gefeiert, dass die Becken wieder voll sind und nach zwei Jahren Sanierung Laupheims Sportvereine, Schulen und Freizeitschwimmer endlich wieder ein tolles Hallenbad haben.

Und das in Zeiten, in denen anderswo Kommunen ihre Bäder aus Geldmangel schließen und viele Grundschüler keinen Schwimmunterricht mehr bekommen, wie OB Gerold Rechle in seiner Ansprache betonte. Die 20 000 Einwohner-Stadt Laupheim aber steckte nach langer kommunalpoltischer Diskussion zehn Millionen Euro in die Modernisierung und Erweiterung ihres Parkbades, bekam dafür 1,2 Millionen Bundeszuschuss und muss jährlich eine gute Million für die Betriebskosten zuschießen. Gut angelegtes Geld, war man sich einig.

Weil also alles betriebsbereit temperiert war in der Schwimmhalle, waren das Stadtoberhaupt, Josef Rief (Bundestagsabgeordneter), Thomas Dörflinger (Landtagsabgeordneter) und die anderen Gäste der Eröffnung ziemlich overdressed, wie man in der Businesssprache sagen würde: Es wurde ihnen vermutlich ordentlich warm ums Herz, als sie in Anzug, Hemd und Krawatte die Ansprachen verfolgten oder selber hielten. Da hatten die Kids der Musikschule Gregorianum einen klaren Vorteil: Erst sangen sie unter Leitung von Dorothea Werner das von Peter Schindler neu komponierte Laupheim-Lied (gibt‘s auch am heutigen Donnerstag bei der Musikgala im Kulturhaus). Und durften dann jubelnd das neue alte Kinderbecken in Betrieb nehmen. Für die Erwachsenen blieb nur das kalte Büffet.

U. Landthaler