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Zeit fürs Gespräch

Zeit fürs Gespräch
Im November feiertern die Helfer das 15-jährige Bestehen des ZfP-Besuchsdienstes. Neue Gesichter sind willkommen. (Foto: ZFP)
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Seit über 15 Jahren gibt es den Besuchsdienst des Zentrums für Psychiatrie (ZfP). Die ehrenamtlichen Helfer suchen Verstärkung.

Region –  Seit über 15 Jahren besuchen ehrenamtliche Unterstützer die psychisch kranken Menschen auf den Stationen des ZfP Südwürttemberg oder im Heimbereich. Für viele Psychiatrie-Patienten ist es nicht selbstverständlich, ohne Vorbehalte wahrgenommen und unterstützt zu werden.  „Sie werden im ZfP von professioneller Seite sehr gut und einfühlsam begleitet, aber von ihrer Umwelt fühlen sich viele nicht recht verstanden und akzeptiert“, berichtet Barbara John, katholische Klinikseelsorgern im ZfP Südwürttemberg in Bad Schussenried. 

An dieser Stelle setzt das Engagement der 14 Ehrenamtlichen ein, die in ihrer Freizeit Patienten besuchen. Ein paar von ihnen gehen regelmäßig auf eine Sucht- oder eine alterspsychiatrische Station und widmen ihre Zeit dort immer wieder anderen Patienten. Andere begleiten einzelne Heimbewohner und entlassene Patienten über Jahre hinweg.

Psychisch Kranke, die in der Klinik für Forensische Psychiatrie untergebracht sind, werden von sechs Besuchsdienstlern besucht.So unterschiedlich wie die Patienten sind auch die Besuche: Manchmal geht es darum, zuzuhören oder in ein Gespräch zu kommen, und manchmal darum, eine schöne Zeit miteinander zu verbringen und zum Beispiel spazieren oder ein Eis essen zu gehen.

Doch eine Aufgabe ist allen Besuchsdienstlern gemeinsam: Einfach da zu sein. „Für die Patienten ist es eine besondere Wertschätzung, dass jemand, der eigentlich nicht kommen müsste, ein Ohr für sie hat und sich Zeit nimmt“, so John. 2004 wurde der Besuchsdienst von ZfP-Seelsorgern als ökumenisches Projekt ins Leben gerufen.

Die Idee war, Begegnungen und auch eine Verbindung zwischen Psychiatrie und Gesellschaft zu schaffen. Der Anti-Stigma-Gedanke ist ein wichtiger Aspekt. Denn die Besuchsdienstler geben in ihrem eigenen Umfeld ihre guten Erfahrungen mit den Psychiatrie-Patienten weiter. „Sie sind Multiplikatoren nach draußen“.  

Der Umgang mit psychisch kranken Menschen erfordert Feingefühl und Wissen. Jedes Mitglied des Besuchsdienstes erhält eine Basisausbildung in Gesprächsführung. Zudem treffen sie sich sechsmal im Jahr zur Fortbildung und zum Austausch unter der Leitung von John.

Die Themen  der Fortbildungsabende sind vielfältig: Von psychiatrischen Krankheitsbildern und ihren Therapiemöglichkeiten über Trauerbegleitung bis hin zu Spiritualität. Aber auch über die Aufgaben der ZfP-Mitarbeitenden.

„Fachwissen ist genauso wichtig wie der Kontakt und das gegenseitige Verständnis zwischen den Ehrenamtlichen und dem Personal.“ Dazu kommt der Patiententreff, ein kleines Veranstaltungsprogramm im Herbst und Wintermonaten zur Begegnung der  Patienten. Und der  Besuchsdienst sucht Verstärkung Wer mitarbeiten will, kann sich bei  Barbara John unter E-Mail barbara.john@zfp-zentrum.de oder Tel: 07583/33-1740 melden.       

pr