Ausgaben

Wissenschaft macht richtig Spaß

Wissenschaft macht richtig Spaß
Mit seiner Bühnenshow „Wenn‘s stinkt und kracht (FOTO: JULIA ZENK)
WOCHENBLATT

Biberach – „Wenn‘s stinkt und kracht, ist‘s Wissenschaft“ – und dann kann auch Naturwissen-schaftsexperte Konrad Stöckel nicht weit sein. Das WOCHEN-BLATT verlost Tickets für seine explosive Live-Show beim Biberacher Kabarettherbst. Doch vorab hat uns der Comedian verraten, in welchen heiligen Hallen seine atemberauben-den Tricks entstehen.

Herr Stöckel, Sie sind ein ausgebuffter Naturwissenschafts-experte. Woher kommt’s? Waren Sie schon in der Schule ein solches Chemie-Ass?

Konrad Stöckel: Im Gegenteil! Ich war wirklich schlecht in der Schule. Das hatte wahrschein-lich auch damit zu tun, dass ich schon seit meinen 10. Lebens-jahr auf der Bühne stehe und durch andere Sachen inspiriert war… Auf der anderen Seite haben mich die Fächer nie gekickt, weil unsere Schule sich keine vernünftigen Experimen-te leisten konnte. Ich erinnere mich nur an Knallgas – mehr gab es bei mir in der Schule nicht.

Sie hecken für Ihre Show neue Experimente aus. Wie dürfen wir uns das vorstellen? Sitzen Sie dann wochenlang in Ihrem Keller und tüfteln?

Konrad Stöckel: Ja, außer dass der Keller bei mir ein Lagerhaus in Mecklenburg ist. Dort wird getüftelt und gebastelt… Dosie-rungen werden erforscht und Experimente gehen schief… Ha, besser dort als auf der Büh-ne, denn da hat die Sicherheit natürlich die höchste Priorität!

Bei Ihren Experimenten zeigen Sie immer vollen KörpereinsatzErinnern Sie sich an ein Experi-ment, das mal nicht so glimpflich für Sie ausging?

Konrad Stöckel: Ja, bei den Proben für meine Show in Wacken. Da habe ich probiert 2 Kilo Hackfleisch zu verschießen. Das hat leider gar nicht geklappt und mir sind die Behälter immer ex-plodiert. Hackfl eisch ist so träge, dass man es nicht mit Sprengladungen, sondern nur mit Luft-druck bzw. komprimiertem Kohlenstoffdioxid verschießen kann.

Ich habe gehört, Sie sind ein begeisterter Kuriositätensammler. Welches ist das außergewöhn-lichste Stück in Ihrer Sammlung und woher haben Sie es?

Konrad Stöckel: Ich habe eine mumifizierte Hand einer Wahr-sagerin aus Ohio, die Ende des vorletzten Jahrhunderts gelebt hat. Aber, ob die wirklich echt ist, das weiß ich nicht. Bei den Kuriositäten spielt immer auch eine unwirkliche Ebene eine Rolle. Vieles ist gefälscht, wobei auch die Fälschungen gesammelt werden.

Ihr Bühnenprogramm steht bekanntlich für originelle Auftritte. Worauf kann sich das Biberacher Publikum am 9. und 10. Oktober gefasst machen, wenn Sie dort live auf der Bühne stehen?

Konrad Stöckel: Meine Gäste dürfen sich auf das spektaku-lärste Experimentier-Programm freuen, welches es auf deutschen Bühnen gibt. Von schönen Feuer-Explosionen über witzige Strömungseffekt bis hin zum Schweißen mit BIFI Würstchen. Und diesmal hab ich sogar einen Feuertornado mit dabei.

Abgesehen von Ihrer einzigarti-gen Show, was möchten Sie dem Publikum darüber hinaus mit auf den Weg geben?

Konrad Stöckel: Die Freude am Experimentieren. Toleranz ge-genüber dem einzelnen Menschen, Lebensfreude, Hoff-nung… Ich denke, verschiedene Dinge können mein Publikum inspirieren. Aber das darf ja jeder für sich entscheiden, was er mit nach Hause nimmt.

Sie sagten einmal in einem an-deren Interview „Ich bewun-dere die normalen Leute“. Seh-nen Sie sich insgeheim nach einem einfachen Bürojob ohne spektakuläre Explosionen und Kettenreaktionen?

Konrad Stöckel: Naja, es ist natürlich erstmal zu definieren was „Normal“ ist. Ich habe Kinder und bin 200 Tage im Jahr weg von zu Hause. Da beneidet man die Menschen, die das Glück haben, Ihre Kinder täglich zu sehen. Besonders die Wochenenden arbeite ich eigentlich immer irgendwo. Meine Tochter geht jetzt in die Schule und da merke ich ganz klar, ich muss was ändern, denn ich bin ja jetzt an die Urlaubs-zeiten gebunden.