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Shopping auch sonntags

Shopping auch sonntags
Sonntags einkaufen ist populär (Foto: Werbegemeinschaft)

Eine annähernd fünfstellige Besucherzahl erwartet die Biberacher Werbegemeinschaft jedes Jahr zum verkaufsoffenen Sonntag. Auch am 3. November. Ginge es nach Vorstandsmitglied Günter Warth, dürfte das Ladenschlussgesetz geändert werden.  

Biberach – „Die Politik bevormundet uns“. Mit ungewohnt klaren Worten fordert der Sprecher der Biberacher Werbegemeinschaft nichts Geringeres als das Abschaffen des Ladenschlussgesetzes. Das Verbot, sonntags die Geschäfte öffnen zu dürfen, sei nicht mehr zeitgemäß und eine schwere Hypothek im Kampf der örtlichen Einzelhändler gegen die immer mächtigere Konkurrenz aus dem Internet.

Warth: „Ich bin eigentlich auch für einen Tag der Ruhe in der Woche, aber diese Wettbewerbsverzerrung geht gar nicht.“ Denn vom Sonntags-Verkaufsverbot profitiere der Online-Handel massiv. „Kaum dass am Wochenende die Geschäfte in den Städten geschlossen sind, verschicken die Online-Händler gezielt ihre Werbe-Mailings, damit die Kunden am Wochenende zum Online-Shopping animiert werden“, hat Warth beobachtet.

Das sei auch der Grund, warum das Verbot immer mehr geschickt unterlaufen werde: Urlaubsregionen, Bahnhöfe, Tankstellen und Bäckereien nutzten die Ausnahmeregelungen, um sonntags ihren tatsächlichen oder angeblichen Reisebedarf verkaufen zu können. Dass zahlreiche Kunden diese Einkaufsmöglichkeiten nutzen, liege auf der Hand. Der aktuell wieder diskutierte Brötchenverkauf am Sonntag „ist ein weiteres Beispiel für eine irrwitzige Gesetzesregelung“.  

Verkaufsoffene Sonntage seien für viele Städte ein wichtiges Instrument, um Frequenz in die Einkaufsstraßen zu bringen, auch in Biberach: Das Einkaufserlebnis, die persönliche Beratung, der Service und die Möglichkeit, die Ware vor dem Kauf in die Hand nehmen zu können, seien wichtige Pluspunkte gegenüber dem Online-Handel. „Der Staat macht uns hier Vorschriften, welche in Zeiten des Online-Handels, der rund um die Uhr verkaufen kann, nicht mehr zeitgemäß sind.

Schauen Sie in andere Länder, wie dies dort gehandhabt wird. Wir müssen uns an den Bedürfnissen der Kunden orientieren können“.  Und wie ist das mit den Arbeitszeiten der Beschäftigten? Warth: „Das ist unsere Sache. Bei 100 Prozent Zuschlag ist es für viele Mitarbeiter interessant, sonntags zu arbeiten. Kein Kaufmann würde sonntags das Geschäft öffnen, wenn es sich nicht dauerhaft lohnt“.  Am Sonntag, 3. November, dürfen die Geschäfte in Biberach von 13 bis 18 Uhr öffnen.

Uli Landthaler