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Runder Tisch Gastronomie: Gastronomen sind bestens vorbereitet

Runder Tisch Gastronomie: Gastronomen sind bestens vorbereitet
Stadteingangstafel #regional einkehren. (Bild: Stadt Biberach)
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BIBERACH – Seit Montag, 18. Mai, erlaubt die Landesregierung Speisegaststätten wieder den Betrieb aufzunehmen. Damit darf ein Großteil der Biberacher Gastronomie wieder für Gäste öffnen. Ein weiteres Stück Normalität kehrt zurück. Doch wie wird ein Besuch im Restaurant oder Café aussehen? Welche Verhaltensregeln müssen beachtet werden? Fragen wie diese stellte die örtliche Gastronomie und sie wurden im Rahmen eines Runden Tisches mit der Stadtverwaltung gemeinsam erörtert.

In die Freude der Gastronomiebetreiber, nach Wochen der Schließung wieder Gäste bewirten zu dürfen, mischte sich eine gewisse Unsicherheit, wie die Regelungen der Corona-Verordnung Gaststätten konkret umzusetzen sind. Fragen gingen bei der Stadtverwaltung ein und wurden mit Vertretern der Gastronomie bei einer Zusammenkunft im Rathaus besprochen und pragmatische Lösungen gesucht. „Der Runde Tisch stellt sicher, dass alle Akteure auf demselben Informationsstand sind, die Verwaltung erfährt, wo sie beraten kann und die Gastronomiebetreiber erhalten Sicherheit für einen guten Start“, erklärt EBM Ralf Miller, in dessen Dezernat auch die Wirtschaftsförderung angesiedelt ist. Man wolle den weiteren Schritt in die „etwas andere Normalität“ bestmöglich unterstützen. Die Gastronomiebetreiber wüssten nach dem ersten Treffen, wie sie die Vorgaben in der Praxis umsetzen können.

Das ist bei Gastronomiebesuchen zu beachten

Grundsätzlich empfiehlt es sich sowohl für Betreiber als auch für Gäste, Platzreservierungen vorzunehmen. Dies bringt für alle Sicherheit. Betreiber können planen und einen reibungslosen Ablauf des Besuchs gewährleisten: Das Personal empfängt die Gäste, geleitet sie zu ihren Plätzen und es kommt zu keinen vermeidbaren Kontakten. Bei der Reservierung können auch gleich die Personalien notiert werden. Die Datenerfassung ist für die Nachverfolgung von Infektionsketten durch die Corona-Verordnung zwingend vorgeschrieben. Gäste, die ihre Personalien nicht angeben möchten, können das Lokal nicht besuchen beziehungsweise müssen es verlassen.
Im Lokal muss – sofern die Corona-Verordnung nichts anderes zulässt – ein Mindestabstand von 1,5 Meter zwischen den Gästen und dem Personal gewährleistet sein. Beschäftigte mit Gästekontakt müssen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Für Gäste verlangt die Verordnung dies prinzipiell nicht. Zum Schutz aller wird aber dringend empfohlen beim Betreten der Räumlichkeiten und auf dem Weg von und zu den Toiletten einen entsprechenden Schutz zu tragen. Für das Personal wie die Gäste gilt gleichermaßen, dass sich keine Personen im Lokal aufhalten dürfen, die Symptome eines Atemwegsinfektes oder erhöhte Temperatur aufweisen.

Spontanbesuche sind aber nicht ausgeschlossen, sondern viele Gastronomen haben sich individuelle Lösungen überlegt. Zum Beispiel Boxen bereitzustellen, in denen die Gäste Zettel mit ihren Kontaktdaten sowie Datum und Uhrzeit des Besuchs einwerfen können. „Wir möchten unseren Gästen weiterhin einen bestmöglichen Service bieten und trotz der neuen Situation den Aufenthalt so angenehm wie möglich gestalten“, erklärt Manuela Ortlieb vom Biberkeller. Bei Bedarf werde man nachjustieren. „Wir sind uns einig, dass es eine riesige Herausforderung wird – für die Wirte, unsere Mitarbeiter und die Gäste“, erklären die Gastronomievertreter. Aber mit Toleranz und maximalem gegenseitigem Verständnis aller für die vorgegebenen Sicherheitsregeln könne man diese Aufgabe gemeinsam meistern.

Wie die Stadt noch unterstützt

„Wir verstehen uns als Dienstleister und der Stadt ist es wichtig, die örtlichen Betriebe im Rahmen der Möglichkeiten zu stärken und zu unterstützen“ erklärt Ralf Miller. Gewerbe, Einzelhandel und Gastronomie seien alle auf ihre Art wichtig für eine lebendige, liebenswerte Stadt, die es zu erhalten gelte. Die Stadt habe ihre Verbundenheit schon auf verschiedene Weise bekundet. Angefangen vom Angebot, Gewerbesteuer zinslos zu stunden über einen Verzicht der Gebühren für Sondernutzungen bis zu Plakataktionen und Werbeanzeigen, mit denen die Öffentlichkeit für die Bedeutung der lokalen Akteure sensibilisiert werde. Für die Gastronomie habe man ein neues Motiv für die Stadteingangstafeln und einige Großflächenwerbetafeln in Auftrag gegeben, das signalisiere, dass die Gastronomie wieder Gäste bewirten darf. Da zur Einhaltung des erforderlichen Mindestabstands auf den vorhandenen Flächen weniger Gäste bewirtet werden können als zuvor, ist die Stadtverwaltung auch gerne bereit, eine erweiterte Außenbestuhlung zu genehmigen und Sondernutzungen unentgeltlich anzupassen. Voraussetzung ist jedoch, dass dies aufgrund der örtlichen Gegebenheiten möglich ist. Flucht- und Rettungswege müssen freigehalten werden und sofern angrenzende Flächen in Privatbesitz sind, müssen die Gastronomiebetreiber vorab die Zustimmung dieser Nachbarn einholen.

„Wir bleiben im Dialog“ erklärt Miller. Das nächste Treffen avisiere man in zwei bis drei Wochen an.

Info: Wer die Corona-Verordnung-Gaststätten vor seinem ersten Gastronomie-Besuch nachlesen möchte, kann diese unter: https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/aktuelle-infos-zu-corona/verordnung-gastronomie/