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Parkplätze und mehr

Noch viele Ideen: Das wiedergewählte Vorstandstrio der Biberacher Werbegemeinchaft Friedrich Kolesch (Foto: Uli Landthaler)

Seit 24 Jahren ist Gustav Eisinger Vorsitzender der Biberacher Werbegemeinschaft – und wird es weiter bleiben. Bei der Mitgliederversammlung am Dienstag wurde das Vorstandstrio im Amt bestätigt und berichtete, was den Handel umtreibt: Von Parkplätzen bis zum Verkaufen am Sonntag.  

Biberach – „Der Druck auf die Innenstädte ist gewaltig“, sagte Vorstandsmitglied Günter Warth und meinte die Situation der  Händler in den Einkaufsstraßen. Politiker  möchten ihnen die Parkplätze wegnehmen, Amazon die Kunden. Was tun? „Eine Stadt muss sicher, sauber und einladend sein“, sagte Warth. Und sie muss genug Parkplätze haben, ergänzte Vorstandsmitglied Friedrich Kolesch – auch für jene, die mit dem Auto möglichst nahe an die Ladentür fahren wollen. In diesem Sinn müssten Händler und die Stadt an einem Strang ziehen – und das tun sie, bestätigte das Biberacher Vorstandstrio dem anwesenden Bürgermeister Ralf Miller. 

Shopping am Sonntag

Gleichwohl gibt  es viele  kleine und große Stellschrauben, wo die Politik den Händlern unter die Arme greifen könne. Über zwei Stunden benötigen Eisinger, Warth und Kolesch, um sie alle aufzuzählen. Für das aus ihrer Sicht größte Problem kann die Stadt Biberach nichts: Der Online-Handel und seine Bevorzugung  durch  das Ladenschlussgesetz.

Ein  „Irrsinn“, meint  Warth. Er  ist ein Verfechter der weitgehenden Freigabe der Ladenöffnungszeiten, um die Leute auch sonntags weg vom Online-Shopping und hin in die Einkaufsstraßen zu locken. Immerhin gibt es in Biberach einen verkaufsoffenen Sonntag aus Anlass der Filmfestspiele. Diesmal wahrscheinlich schon am  25. Oktober, um dem Feiertag  Allerheiligen (1. November) nicht in die Quere zu kommen, das muss der Gemeinderat noch beschließen. Mit dem Parkplatz-Angebot in der Biberacher Innenstadt ist die Werbegemeinschaft weitgehend zufrieden, aber nicht ganz.

Wenn auch an einem schwach frequentierten Markt-Mittwoch im Winter um 10 Uhr alle Parkhäuser voll belegt seien, dann bestehe weiterer Bedarf, sagte  Kolesch. Die kostenlose erste Stunde im Parkhaus sei ein echtes Plus und „attraktives Stadtmarketing“, für das viel mehr geworben werden müsse. Auch ein attraktives Angebot  an Bus und Bahn sei wichtig, man dürfe aber nicht vergessen, dass 85 Prozent der Kunden mit dem Auto kommen. Bürgermeister Ralf Miller griff das Thema Erreichbarkeit der Innenstadt auf, indem er auf die geplante B 30-Anschlussstelle Biberach Mitte verwies, die über einen Zubringer beim Stadtteil Mettenberg verwirklicht wird. Und über den Ausbau der B 312 habe die Region  Anschluss an die A 7. Bei einem Thema mache er sich aber keine Illusionen: Aus dem von Eisinger geforderten Bürokratie-Abbau „wird nichts“.

Uli Landthaler