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Ohne Reinigung an Wochenenden geht es nicht

Ohne Reinigung an Wochenenden geht es nicht
Immer häufiger werden gelbe Säcke für die Ablagerung von wildem Müll verwendet. (Bild: BIKO)
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BIBERACH – Vermüllung und wilde Müllablagerungen haben auch 2019 wieder zugenommen im Stadtgebiet Biberach. Schwerpunkte sind der Stadtgarten mit Gigelberganlagen (hier Vandalismus und wilder Müll); der Eingangsbereich zum Wielandpark (Fehlverhalten, Partymüll); die Bushaltestelle Saudengasse (Partymüll) und die Altstadtgassen (Hausmüll in gelben Säcken, Sperrmüll). Erfreulich war 2019, dass es so gut wie keine Gewalt gegenüber den Mitarbeitern der Stadtreinigung gab. Die Kosten betragen 907 000 Euro.

Stadtgarten mit Gigelberganlagen:
Es gab etliche Schäden durch Vandalismus, etwa die Zerstörung der neu angebrachten Holzzäune bei den Biberstaffeln und an der Schillerhöhe, und später im Jahr sehr viele illegale Müllablagerungen.

Wielandpark:
Die Attraktivität des Wielandparks zu nächtlicher Stunde, vor allem bei trinkenden Jugendlichen und jungen Erwachsenen, ist ungebrochen. Es mussten daher wieder sehr viele Belehrungen zur Sauberkeit und Platzverweise ausgesprochen werden. Sachbeschädigungen haben zugenommen. Der Bereich bei den Wieland-Gartenhäusern wurde spät nachts nach der Schließung der sonstigen Lokalitäten häufig als Partyrückzugszone und Not-WC missbraucht. Mittlerweile wurde bei den kritischen Bereichen ein Zaun angebracht und Sträucher gepflanzt.

Der Kommunale Ordnungsdienst war Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Sonntag von 15.30 bis 24 Uhr und Freitag und Samstag von 18.30 bis 3 Uhr im gesamten Stadtgebiet im Einsatz. Freitags und samstags von 22 bis 3 Uhr lagen die Schwerpunkte auf den Bereichen Stadtgarten/Gigelberg, Innenstadt, Wieland-Park und dem Bereich Malischule und Dollinger Realschule.

In der Innenstadt hat sich vor allem an Wochenenden das Glasscherbenaufkommen wieder erhöht. Die neu angebrachten Raucherzonen am ZOB wurden nicht gut angenommen und die Zigarettenbehältnisse wenig genutzt.
Im Bereich des Stadions wird weiterhin die Zuschauertribüne vermüllt, weil sich an den Wochenenden abends und nachts illegal Personen auf den Tribünen aufhielten und Partys feierten. Auch die Beleuchtung der Tribünen, die durch Bewegungsmelder ausgelöst wird, hält diese Personen nicht davon ab, über den Zaun des Stadiongeländes zu klettern. Ein Schwerpunkt für Vandalismus und Abfall war auch 2019 wieder der Basketballplatz an der Breslaustraße.

Der Skaterplatz im Sportareal Hans-Liebherr-Straße/Erlenweg wird weiterhin sehr gut angenommen. Es gibt es hier immer wieder Vermüllungen, vor allem durch Glasscherben von Fremden. Außerdem wurden Beläge an Skategeräten mutwillig zerstört.

Die Grün-/Parkanlagen zeigten 2019 nur Verunreinigungen und Beschädigungen im Rahmen des Üblichen. Immer öfter aber wird Abfall in Gewässern entsorgt, so dass hier nach wenigen Wochen große Mengen an leeren Schnaps- und Bierflaschen samt sonstigem Partymüll im Wasser schwimmen.

Das anhaltend geringe Beschädigungsniveau auf den Spielplätzen ist auf die Arbeit des Kommunalen Ordnungsdienstes zurückzuführen. Auf den Spielplätzen Wäldele, Krummer Weg, Meisenweg und Rißinsel, Adenauerallee, Görlitzweg und Valenceallee musste allerdings punktuell wieder sehr viel wilder Müll (Hausmüll, Grillreste, Baustoffe, Altkleider) entsorgt werden. Es ist immer noch so, dass circa 50 Prozent der Spielplatzunterhaltung für Reinigung und Sauberhaltung aufgewendet werden muss.

Die Akzeptanz der bestehenden Hundetoiletten ist weiterhin sehr gut. Es wurden 2019 auch neue Hundetoiletten und Hundetütenspender aufgestellt.

Bei den Standorten für Wertstoffcontainer ist bei wilden Müllablagerungen nach wie vor der Standort Weißes Bild Brennpunkt. Die Containerstandorte Weißes Bild, Saudengasse, Wolfentalstraße und Rißstraße werden seit April 2019 stärker ausgeleuchtet, um eine Verringerung der wilden Müllablagerungen zu erreichen. Es konnte bis heute jedoch keine Veränderung festgestellt werden. Es stellt sich nun die Frage, ob eine Videoüberwachung angebracht werden soll. 35 Bußgeldverfahren wurden eingeleitet. Diese Erhöhung gegenüber dem Vorjahr war durch verstärkte Kontrollen durch den Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises möglich.

Das Bekleben von Verkehrszeichen und Straßenmobiliar hat 2019 im Vergleich zum Vorjahr zugenommen. Im Frühjahr 2020 waren es viele Aufkleber mit rechtsradikalem Hintergrund.

Immer häufiger werden auch gelbe Säcke für die Ablagerung von wildem Müll verwendet. Sie müssen dann als wilder Müll von der Reinigung der Stadt Biberach entsorgt werden. Auch „To go“-Verpackungen aller Art sind nach wie vor ein Problem, weil viele achtlos weggeworfen werden. Vor allem Pizzaschachteln und Papierbecher für Getränke haben wieder zugenommen.

Stadtputzede mit über 700 Schülern
Im Herbst 2019 fand wieder eine reguläre Stadtputzede mit über 700 Schülern statt. Diese Umweltaktion ist ein wichtiger Beitrag zur Umweltschutzerziehung von Kindern und Jugendlichen. Zusätzlich gab auch eine kleine Stadtputzede mit den Schwerpunkten Marktplatz, Rißufer, Ratzengraben und Gigelberg, an denen die Firma Boehringer und die Heggbacher Einrichtungen mitgewirkt haben.

Die Möglichkeiten der Stadtreinigung auf Vermeidung von Müllablagerungen hinzuwirken, sind vielfältig, aber keine präventive Maßnahme alleine bringt den hundertprozentigen Erfolg. Wichtig sind Ansprechpartner für das Thema Stadtsauberkeit. Auch die richtige Positionierung, Größe und Gestaltung der Abfallkörbe ist ein wichtiger Faktor für die Vermeidung von Littering. Restriktive ordnungsrechtliche Maßnahmen sind ebenso wichtig, um Konsequenzen des Fehlverhaltens aufzuzeigen. Dies wird in Biberach durch den Kommunalen Ordnungsdienst oder die Polizei zum Beispiel bei wilden Müllablagerungen oder Schäden durch Vandalismus erledigt.

Die Kosten der Stadtreinigung werden im Haushaltsplan zusammen mit den Winterdienstkosten dargestellt. Je nach Witterung gibt es hier enorme Verschiebungen, da die Kosten der Stadtreinigung je nach Dauer und Intensität des Winterdienstes höher oder niedriger ausfallen. Die Gesamtkosten sind im Jahr 2019 etwas höher als 2018. Dies ist im Wesentlichen auf die Erhöhung der Personalstundensätze und die allgemeine Kostenerhöhung von Betriebsmitteln zurückzuführen. Das allgemeine Reinigungsniveau war unverändert.

Die Verschmutzungs- und Vandalismusschwerpunkte seien geblieben, ebenso wie das Gelbe-Sack- und Sonnenblumenkernproblem, bedauert Flavia Gutermann (FW). „Zu helfen scheinen nur konsequente Kontrollen, die auch weiterhin verstärkt gemacht werden sollten und die Einforderung von Bußgeldern.“ Auch bei der Umwelterziehung darf nicht nachgelassen werden, da man hier auf langfristige Müllvermeidungserfolge bei Kindern und Jugendlichen hoffen kann.

„Ganz große Sorgen macht uns, dass immer wieder Spielplätze vermüllt werden“, schreibt Lutz Keil für die SPD. Das sei besonders verantwortungslos. Die SPD sei dankbar dafür, dass es viele Ehrenamtliche gibt, die auf eigene Initiative oder als Gruppen, zum Beispiel als Schule, in der Stadt und in der Umgebung für Sauberkeit sorgen. Waltraud Jeggle (CDU) kritisiert, dass Sachbeschädigungen, wilde Müllablagerungen, sowie Vandalismus nach wie vor an der Tagesordnung seien.

Alle Fraktionen dankten den Mitarbeitern des Baubetriebsamtes, die unermüdlich für eine nachhaltige Sauberkeit und für ein positives Erscheinungsbild der Stadt sorgten.