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Mehr für die Meister

Mehr für die Meister
Elektroniker lernen ist die Alternative zum Ingenieurstudium (Foto: PR)

Was sind dem Staat die Meister wert? Zu wenig, findet die Handwerkskammer Ulm und fordert mehr Unterstützung für jene, die die Meisterschule besuchen – sie sollen hier den Studenten gleichgestellt werden. 

Region –  Ein Student zahlt für eine Jahreskarte im DING-Verkehrsverbund 258 Euro, im Nachbarverbund Bodo 254. Ein Meisterschüler, der in der Bildungsakademie in Vollzeitunterricht für den Meisterbrief lernt, muss 615 beziehungsweise 594 Euro aufwenden. Dieser  Vergleich sei exemplarisch für  Benachteiligung von Nachwuchs-Handwerkern im Bildungswesen, sagten Präsident Joachim  Krimmer und  Hauptgeschäftsführer Dr. Tobias Mehlich  beim Jahrespressegespräch der Handwerkskammer Ulm.

Auch beim Zuschuss zum Wohnen und Essen, Studiengebühren, Beiträgen zu den Sozialkassen oder ermäßigtem Eintritt in öffentliche Einrichtung seien die Meister-Schüler im Vergleich zu Studenten im Nachteil. Überhaupt sieht die Kammer bei der Einordnung der handwerklichen Berufsabschlüsse im Vergleich zur akademischen Ausbildung  noch einige Ungerechtigkeiten. Kampf um NachwuchsHintergrund ist der Kampf mit den Unis um den Nachwuchs.  Die Kammer unternimmt in Zeiten des Fachkräftemangels viel, um junge Leute von der akademischen Laufbahn in Richtung duale Ausbildung zu lotsen,  also handwerkliche Lehre und Meisterbrief.

Dazu gehört neben der neuen Meisterprämie, einer Art staatlichen Beteiligung an den Ausbildungskosten, das Bemühen um Studienabbrecher. Wer nicht mehr Elektroingenieur studieren will, könne auch Elektroinstallateur werden, erläuterte Mehlich. Und wer sein Architekturstudium nicht zu Ende führen will, kann auch auf  Baumeister umsatteln:  „Die verdienen eh mehr“.

Uli Landthaler