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Kunden auf vier Rädern

Kunden auf vier Rädern
Werbegemeinschaft: Parkplätze kann es nicht genug geben (Bild: Adobe Stock)

Biberach – Biberach muss als Einkaufsstadt attraktiv bleiben, mahnt die Werbegemeinschaft. Neben Parkplätzen geht es auch um den Wunsch mancher Händler, öfter am Sonntag zu öffnen.

Wie sieht der typische Kunde des Biberacher Einzelhandels aus? Er kommt mit dem Auto von auswärts in die Stadt, will schnell einen Parkplatz fi nden und nicht weit laufen müssen. Und er möchte eine saubere Innenstadt vorfi nden und sich sicher fühlen. Über das Angebot und die Öffnungszeiten der Geschäfte, die er besuchen will, hat er sich schon vorher online informiert und möchte dort natürlich gut beraten werden.

So skizzierte das wiedergewählte Vorstandstrio der Biberacher Werbegemeinschaft Gustav Eisinger, Friedrich Kolesch und Günter Warth die Erwartungen, auf die man sich einstellen muss in der Kreisstadt. „85 Prozent der Kunden kommen mit dem Auto“, erinnerte Kolesch die Besucher der Mitgliederversammlung. „Und sie kommen freiwillig, haben viele Alternativen, möchten sich willkommen fühlen und lassen sich nicht bevormunden“.

Letzteres ist eine Mahnung an die Verkehrsplaner, mit deren Arbeit die Händler aber generell zufrieden sind. In den Einkaufsstraßen sei die Parkzeitbegrenzung auf eine Stunde „genau richtig“, in den Parkhäusern die kostenlose erste Stunde „attraktives Stadtmarketing“, für das noch viel mehr geworben werden müsse. Parkplätze kann es in Biberach aus Sicht der Werbegemeinschaft nicht genug geben, und vor allem die kleinen Geschäfte bräuchten auch nahegelegene oberirdische Parkhäuser. Der Bus ist eine wichtige Ergänzung, der aber an seine Grenzen stoße: Wenn seine Mitarbeiter frühmorgens zur Arbeit wollen, sei das Angebot dünn. Lieber wäre ihm stadtnaher Wohnraum, damit die Leute keine weiten Wege haben. Bürgermeister Ralf Miller wies darauf hin, dass in den Biberacher Neubaugebieten auch viele Mehrfamilienhäuser und Geschosswohnungsbau entstünden, um das Wohnungsangebot zu vergrößern.

Und er versprach weitere Gewerbeflächen. Keine großen Gewerbegebiete, sondern Flächen von 1000 bis 5000 Quadratmetern, die für die kleinen Betriebe passen, um die sich die Werbegemeinschaft sorgt.

Ein Reizthema im Handel ist die Frage, ob die Läden sonntags geöffnet haben dürfen. Vor allem mit Blick auf den Online- Handel, bei dem man rund um die Uhr einkaufen kann. Die denkbare Spanne reicht vom einmaligen verkaufsoffenen Sonntag pro Jahr, wie er jetzt anlässlich der Biberacher Filmfestspiele im Herbst praktiziert wird, bis zur völligen Freigabe der Ladenöffnungszeiten. In Biberach bewegt man sich beim Wunsch, pro Jahr zwei oder drei verkaufsoffene Sonntage abhalten zu können, ohne dass es dafür einen offi ziellen Anlass wie das Filmfest geben muss. Diesen Wegfall der Anlassbezogenheit fordert auch der Einzelhandelsverband.

Markt unter Druck

Auch die Händler des Wochenmarkts sind die Sorgenkinder des Biberacher Einzelhandels. Wenn mittwochs oder samstags ein Großereignis auf dem Marktplatz stattfindet und die Händler mit ihren Marktständen an Ersatzplätze ausweichen müssen, stürzt der Umsatz auf die Hälfte ab, wurde beklagt. Die Forderung der Werbegemeinschaft: Ereignisse wie das Marktplatz Open-Air im Sommer auf den Sonntag verlegen. Und über den Sinn mancher Veranstaltungen grundsätzlich nachdenken. Kolesch: „Gehen Sie doch mal am Aschermittwoch über den Fastenmarkt und sagen, ob Sie das attraktiv finden“.