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Hochschule Biberach: Zukunft ist gesichert

Hochschule Biberach: Zukunft ist gesichert
Biberacher Studentenprotest: Im Herbst machte die Hochschule ihre drohende Geldnot zum Thema. Das hat sich wohl gelohnt. (Bild: Uli Landthaler)

Der Streit ist vorbei: Das Land hat sich mit den Hochschulen auf deren künftige Finanzierung geeinigt. In Biberach ist man zufrieden, mehr nicht.

Biberach – Das Thema hatte Ende 2019 für die wohl erste Studenten-Demo an der Hochschule Biberach gesorgt. Die sah ihre Zukunft in Gefahr, weil das Land in seinem Entwurf zur künftigen Hochschul-Finanzierung viel weniger Geld eingeplant hatte als erhofft. Es ging um viele Millionen Euro und um die Qualität des Studiums in Biberach und der anderen Hochschul-Standorten.

Jetzt hat man sich geeinigt. „Baden-Württemberg wird den öffentlichen Hochschulen in den kommenden fünf Jahren doppelt so viele zusätzliche Landesmittel pro Jahr zur Verfügung stellen wie in der aktuell laufenden Vereinbarung“, frohlockt die Landesregierung. „Über alle Hochschularten hinweg entspricht dieser Betrag von rund 1,8 Milliarden Euro einem Aufwuchs der Grundfinanzierung um durchschnittlich 3,5 Prozent pro Jahr“. Das ermögliche eine bessere Betreuung der Studenten und Spielräume für Digitalisierung, Forschung sowie Wissens- und Technologietransfer.

Neben den Finanzzusagen enthält die Vereinbarung eine Reihe von Verabredungen, zu denen sich die Hochschulen und das Land verpflichtet haben: zum grundsätzlichen Erhalt der Studienkapazitäten, Maßnahmen zur Verbesserung der Lehre, Stärkung der Verwaltungsstrukturen, Ausbau der Digitalisierung, Chancengleichheit, Inklusion und anderes mehr. Bei der Hochschule Biberach sieht man das etwas nüchterner. „Unsere ursprünglichen Forderungen von 1000 Euro je Studierenden und Jahr konnten wir nicht durchsetzen“, bedauert Professor André Bleicher, Rektor der Hochschule Biberach (HBC). Aber immerhin gebe es jetzt Planungssicherheit. Vor allem werden bislang befristete Zuschüsse unbegrenzt gezahlt. Die sogenannte Grundfinanzierung wird jährlich erhöht, damit können Preissteigerungen und höhere Personalkosten aufgefangen werden. Und gebe auch ein paar Euro, um die Hochschulen „zumindest teilweise auf neue strategische Ziele auszurichten“.

Der gemeinsame Protestlärm von Hochschule und Studenten habe sich gelohnt, ist Bleicher sicher: „Ohne die landesweiten Proteste der Hochschulen wäre das Verhandlungsergebnis deutlich geringer ausgefallen“. In Biberach gab es im Herbst einen Diskussionsabend mit Landespolitikern, Studenten und der Hochschulleitung.