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Hochschule Biberach stellt aktuelles Sommersemester auf Online-Lehre um und übernimmt Vorreiterrolle

Hochschule Biberach stellt aktuelles Sommersemester auf Online-Lehre um und übernimmt Vorreiterrolle
Digitale Möglichkeiten der gemeinsamen Diskussion beispielsweise über Aufgabenstellungen und Entwürfe entwickelt der Studiengang Architektur für das digitale Sommersemester 2020, das jetzt an der Hochschule Biberach gestartet ist. (Bild: HBC / Prof. Christina Jeschke)
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Biberach – Der Start der physischen Präsenzvorlesungen an der Hochschule Biberach (HBC) in diesem Sommersemester wurden auf den 20. April 2020 verschoben – doch seit dieser Woche hat die HBC den Vorlesungsbetrieb auf ein Online-Lehrangebote umgestellt.

„Die Lehrveranstaltungen im aktuellen Sommersemester werden in virtueller Form durchgeführt. Ob und wann zu regulären Präsenzveranstaltungen zurückgekehrt werden kann, ist einstweilen nicht absehbar“, so Professor André Bleicher, Rektor der Hochschule Biberach, „darauf haben sich die Fakultäten gemeinsam mit der Hochschulleitung verständigt. Die HBC wolle es ihren Studierenden ermöglichen, das Studium fortzusetzen und Studienleistungen zu erbringen – und das bei gleicher Qualität und Intensität, so Bleicher. Und: „Wir wollen die Chancen der digitalen Lehre nutzen und in der Krise mutig und mit gutem Beispiel vorangehen“.

Im Mittelpunkt der Lehre steht ein Mix aus digitalen Formaten, die variieren und dadurch Abwechslung in den Vorlesungsalltag bringen. Vom moderierten Selbststudium über die Integration von Multimedia-Elementen, Chats, Videos, Wikis oder Podcasts bis hin zur digitalen Präsenzlehre bieten sich vielerlei Möglichkeiten, berichtete die Didaktikbeauftragte, Professorin Henrike Mattheis. Dabei kann die HBC auf Erfahrungen in der wissenschaftlichen Weiterbildung zurückgreifen, aber auch auf die einzelner ProfessorInnen, die bereits in der Vergangenheit Tools zur virtuellen Kollaboration eingesetzt haben.

Dabei haben die einzelnen Fakultäten und Studiengänge durchaus unterschiedliche Herausforderung zu bewältigen, berichtet André Bleicher: In der Architektur etwa sei es entscheidend, technische Lösungen zu finden, um Zeichnungen gemeinsam besprechen und korrigieren zu können – bis hin zu einem digitalen Werkzeug für die Korrektur des Entwurfs durch die Lehrenden; in den Ingenieur-Studiengängen sei zu prüfen, inwieweit Labore virtuell besucht werden können. „Es gibt kaum etwas, das wir nicht digital abbilden können“, sagt Professor Jens Winter, Prorektor für Lebenslanges Lernen und Internationalisierung. Und wenn Praktika etwa in den biotechnologischen Studiengängen zwingend im Labor stattfinden müssten, dann würden die KollegInnen jetzt theoretische Inhalte vorziehen und die praktischen Übungen dazu später nachholen, beschreibt Winter die Möglichkeit, das Studienjahr über zwei Semester hinweg flexibel zu gestalten.

Auch Projektarbeiten im Team oder die individuelle Betreuung eines Studierenden durch den Dozierenden können in virtuellen Räumen stattfinden, berichten die Mitglieder der Hochschulleitung, die in den vergangenen Tagen „Mut und Kreativität in der Professorenschaft ebenso erlebt haben wie in den zentralen Einrichtungen“. „Dafür sind wir dankbar“, sagt André Bleicher, der die Hochschule Biberach mit dem Angebot des digitalen Sommersemesters landesweit in einer Vorreiterrolle sieht. „Das Semester auf diese Weise aus dem Boden zu stampfen ist sicherlich ein Abenteuer, aber darin liegt auch die Chance, mit einem großen Sprung die Digitalisierung voranzutreiben und vor allem den damit verbundenen Kulturwandel als positive Veränderung zu begreifen“, so der Rektor.

Die Studierenden reagieren auf die Entscheidung der Hochschule Biberach für ein digitales Sommersemester positiv, berichtet Jens Winter: „Sie lassen sich auf die digitalen Angebote neugierig und intuitiv ein, gleichzeitig scheinen sie erleichtert zu sein, in Zeiten der Coronavirus-Pandemie, die gekennzeichnet ist durch Einschränkungen, eine sinnvolle und herausfordernde Beschäftigung zu finden“.

Hochschulleitung und Didaktikbeauftragte sind sich sicher, dass die digitale Lehre Teil des Vorlesungsprogramms bleiben wird, wenn die Coronavirus-Pandemie überstanden ist. Die künftige Lehre an der Hochschule Biberach wird aus einem Mix aus Präsenzveranstaltungen und innovativen digitalen Lehrformaten bestehen, sind sich André Bleicher, Jens Winter und Henrike Mattheis einig.