Ausgaben

Endlich wieder Schule

Endlich wieder Schule
An den Schulen in der Region, hier die Pflugschule in Biberach, hat der Unterricht wieder begonnen. (Bild: Uli Landthaler)

Lehrer und Schüler freuen sich über den Unterrichts-Neustart

Sieben Wochen haben sich die Schüler, die dieses oder nächstes Schuljahr vor der Abschlussprüfung stehen, gedulden müssen. Seit Montag läuft der Schulbetrieb endlich wieder, aber noch nicht alle dürfen in ihre Klassenzimmer zurück. Ein Stimmungsbild aus drei Schulen im WOCHENBLATT-Verbreitungsgebiet.

REGION – Das Gymnasium Ochsenhausen startet seinen Unterrichtsbetrieb am Montag für die Abiturklassen und die 11. Jahrgangsstufe. Unterrichtet werden jedoch nur die prüfungsrelevanten Fächer, teilt Schulleiterin Elke Ray mit.

In den letzten Tagen wurden im Schulhaus die Vorkehrungen getroffen, um die erforderlichen Abstandsregelungen einhalten zu können. So werden den beiden Jahrgängen unterschiedliche Bereiche des Gebäudes zugewiesen, Kurse geteilt und parallel unterrichtet. Auch die Zugänge zum Gymnasium sind auf zwei reduziert, jeder Jahrgang hat seine eigene Tür. Lehrer sind eingeteilt, um auch in Pausen oder Hohlstunden für eine flächendeckende Aufsicht zu sorgen. Die Schüler wurden per Rundschreiben über die Hygieneregeln informiert, das Tragen eines Mundschutzes wurde empfohlen.

Außerdem unterrichtet das Gymnasium Ochsenhausen über ein bewährtes Onlinesystem, über das die Lehrkräfte mit den Schülern kommunizieren.

Die Schulleiterin betont, dass die Schule den außergewöhnlichen Herausforderungen gewachsen sei. Dies verdanke man auch einem engagierten Schulleitungsteam sowie dem hilfsbereiten Kollegium, das auch für einen herzlichen Empfang nach der langen Schulschließung sorgen werde.

Online ist kein Ersatz

Wie es bei Schülern der unteren Klassenstufen aussieht, haben wir an der Sechslindenschule in Pfullendorf in Erfahrung gebracht, eine Grund- und Hauptschule mit angeschlossener Werkrealschule. Dort hat sich das Kollegium vor der Wiedereröffnung viele Gedanken gemacht: Ein kleiner Lehrerkreis hat freiwillig rund 150 Masken in verschiedenen Größen genäht. Derzeit besuchen 70 Schüler der Abschlussklassen 9 und 10 den Unterricht. In jedem Klassenzimmer sitzen 15 Schüler – und das räumlich versetzt. Zeitlich versetzt sind zudem Schulanfang und Unterrichtsende.

Die Pause wird im Klassenzimmer gemeinsam mit dem Lehrer verbracht, die Klassen benutzen verschiedene Toiletten. Die Masken werden dann nach Schulende wieder im Klassenzimmer abgegeben, über Nacht bei 70 Grad von der Schule gewaschen und so bekommt jeder Schüler täglich einen frischen Gesichtsschutz. Aber: Die Schüler seien, so hört man, froh, wieder kommen zu dürfen. Eine Grundstimmung, die an allen Schulen vorherrscht und so vielleicht noch nie da gewesen ist.

Erleichterung über den Start, aber auch nachdenkliche Worte kommen vom Störck-Gymnasium in Bad Saulgau. „Die Regelungen verschlingen Raumressourcen, bringen Bedarf an Lehrern und sind mit einem hohen Verwaltungsaufwand verbunden“, sagt Schulleiter Stefan Oßwald. Digitaler Fern-Unterricht könne den Live-Unterricht nicht ersetzen. „Die Schule ist ein Ort von Begegnung und Austausch sowie Wissensvermittlung“.