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Bauplätze müssen her

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Baugebiet Hauderboschen Biberach ()

IHK: Landkreis braucht 12 000 neue Wohnungen

Im Landkreis Biberach müssen in den nächsten 15 Jahren rund 12 000 neue Wohnungen gebaut werden. Das fordert zumindest die IHK, die jetzt den Bedarf errechnet hat.

BIBERACH – Der Landkreis schlägt aus der Art. Wo ländliche Regionen anderswo von Landflucht und Ausbluten bedroht sind, wird die 200 000 Einwohner starke Bevölkerung bis 2025 um weitere 4,4 Prozent wachsen, sagen die Prognosen. Um den künftigen Bedarf an Wohnraum in der Region zu ermitteln, hat die Industrie- und Handelskammer (IHK) Ulm ein Aalener Institut damit beauftragt, die Zahlen des statistische Landesamts entsprechend auszuwerten.

Ergebnis: 11 900 Wohneinheiten müssen bis zum Jahr 2035 neu errichtet werden, um der Nachfrage gerecht zu werden. „Wir gehen dabei natürlich vom Arbeitskräftebedarf der Unternehmen aus“, sagte IHK-Hauptgeschaftsführer Otto Sälzle bei der Vorstellung der Zahlen. Denn die Leute kommen nur, wenn sie hier auch eine Wohnung finden. Daher müssten sich die Städte und Gemeinden auf weiteren Zuzug und anhaltende Wohnungsnachfrage einstellen. Und zwar nach Bauplätzen für Einfamilienhäuser ebenso wie nach günstigen Mietwohnungen. Eine jeweilige Prognose gibt es für zehn Städte und Gemeinden im Landkreis Biberach.

Und das sind die Prognosen der IHK Ulm für den Wohnraum-Bedarf der einzelnen Städte und Gemeinden im Kreis Biberach – so viel Wohnungen müssten bis 2035 neu gebaut werden:

• Gemeindeverwaltungsverband Bad Buchau: ca. 370 neue Wohnungen.
• Gemeindeverwaltungsverband Illertal: ca. 800
• Gemeindeverwaltungsverband Rot-Tannheim: ca. 270
• Schemmerhofen: ca. 500
• Verwaltungsgemeinschaft Bad Schussenried: ca. 600
• Verwaltungsgemeinschaft Biberach: ca. 3800
• Verwaltungsgemeinschaft Laupheim: ca. 2800
• Verwaltungsgemeinschaft Ochsenhausen: ca. 800
• Verwaltungsgemeinschaft Riedlingen: ca. 1400
• Verwaltungsgemeinschaft Schwendi: ca. 470
• Kreis Biberach gesamt: ca. 11 900.

Wichtig sei laut IHK-Hauptgeschäftsfüher Otto Sälzle eine sinnvolle Verteilung auf die einzelnen Kreisgemeinden, die hierfür jetzt Bauland bereistellen müssten. Und zwar unabhängig von der kurzfristigen Konjunkturentwicklung. Die wirtschaftliche Stärke des Landkreises, vor allem entlang der Achse B 30 und der Südbahn, werde langfristig bestehen bleiben.

Das sei auch in der übrigen IHK-Region Ulm so: Ulm brauche in den nächsten 15 Jahren 12 600 neue Wohnungen, der Alb-Donau-Kreis 11 500. Das sei der größte Einwohnerzuwachs in Baden-Württemberg, bedingt auch durch die neue Schnellbahnstrecke nach Stuttgart.

U. Landthaler