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Spannend für Oma und Enkel

Spannend für Oma und Enkel
Abschied mit Apfelbaum: Die ausgeschiedenen Kreisräte durften jetzt im Kürnbacher Museum ihr persönliches Apfel- oder Birnenbäumchenpflanzen. Daraus wird eine Streuobstwiese. (Bild: Uli Landthaler)

„Der Alltag von früher für die Leute von heute – so fasst Landrat Heiko Schmid den Zweck des Kreisfreilichtmuseums Kürnbach zusammen. In dem Freilichtgelände bei Bad Schussenried gibt es oberschwäbische Geschichte zum Anfassen – und zwar keine barocke Baukunst, die gibt es einige hundert Meter weiter im Kloster, sondern die alten Wohn- und Bauernhäuser.

Handy und Kartoffeln

Das Freilichtmuseum des Landkreises will den Alltag der einfachen Leute in den vergangenen Jahrzehnten und Jahrhunderten nachvollziehbar machen, sich als Ausfl ugsziel für Oma und Enkel positionieren. Das funktioniert gut, wie Kreisarchivar und Kürnbach- Chef Dr. Jürgen Kniep jetzt bei seinem Jahresbericht für den Kulturausschuss des Kreistags deutlich machte. Mit 80 000 Besuchern pro Jahr ist Kürnbach das bestbesuchte Museum in der Region. Damit das so bleibt, muss man den Leuten immer wieder etwas Neues bieten, damit sie Grund haben, wieder zu kommen. Das geht mit Mitmach-Aktionen wie die Kartoffelernte wie früher oder Backen, Apfelsaft pressen oder Schnaps brennen. Und das Publikum interessiert sich auch für schwierige und anspruchsvolle Themen wie die Ausstellung „Leben am Rand“ 2018 über Randgruppen im Dorf. Und weil man auch bei der Vermittlung der alten Gemäuer mit der Zeit gehen will, gibt es die Kürnbach App fürs Smartphone und neben der Internetseite (museumsdorf-kürnbach.de) auch den Facebook-Auftritt.

Nur bei einem Thema tritt man auf der Stelle: Das Klo in Kürnbach ist aus dem letzten Jahrhundert, sprich von 1987, und steht ganz oben auf der Wunschliste der Innovationen. Zudem sollen die ums Museum verteilten Parkplätze neu geordnet werden, um nicht an besucherstarken Tagen vier Eingänge betreiben zu müssen. Angepeilt werden auch mehr Exponate der 1950er-bis 70er Jahre – vom Tanzcafé über die Telefonzelle bis zur Jugendbude. Die Räte erlaubten dem Museum auch, den Eintritt von fünf auf sechs Euro zu erhöhen. Mit einer Jahreskarte kommt man wesentlich günstiger weg – denn über eines war man sich einig: Zu teuer darf der Eintritt in so eine Familien- Bildungsstätte nicht sein.

Uli Landthaler