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Zwei weitere Corona Fälle im Landkreis Sigmaringen

Zwei weitere Corona Fälle im Landkreis Sigmaringen
(Bild: Adobe Stock)
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Sigmaringen – Im Landkreis Sigmaringen gibt es zwei weitere Corona Patienten. Damit gibt es insgesamt nun drei im Landkreis. Beiden Patienten geht es gut, sie zeigen nur leichte Symptome. Eine Behandlung in der Klinik ist nicht notwendig. Betroffen sind zwei Familien aus Neufra, bei denen jeweils die Mutter erkrankt ist. Beide haben nicht mit schweren Krankheitssymptomen zu kämpfen und scheinen bereits auf dem Weg der Besserung. In beiden Fällen gibt es offenbar Verbindungen zu Südtirol. Die Kinder wurden negativ getestet. „Wir stehen mit den Familien in engem Kontakt, trotz des ersten Schreckes sind die Reaktionen durchweg besonnen“, informiert Dr. Susanne Haag-Milz, die Leiterin des Gesundheitsamts. Am Montagabend wurde das Testergebnis bekannt, die bereits am späten Abend begonnenen Ermittlungen laufen, um gezielte Empfehlungen zu geben. Die Familien bleiben nun 14 Tage zu Hause.

Zwei der Kontaktpersonen sind Kinder und besuchen die Grundschule in Neufra. Da die Testergebnisse der Kinder erst am Dienstagnachmittag vorlagen, wurde die Schule vom Gesundheitsamt am Vormittag informiert, die Kinder präventiv am Mittwoch zu Hause zu lassen. So konnten alle Schüler noch informiert werden. Da die Neufraer Grundschule aus vier Klassen besteht und die Klassen zum Teil gemeinsam unterrichtet werden, war eine engere Eingrenzung nicht möglich. Da zwischenzeitlich die Kinder der infizierten Mutter negativ getestet wurde, kann der Schulbetrieb am Donnerstag wieder wie gewohnt stattfinden.


Corona Testzentrum geplant

Erfreulich ist die gute Zusammenarbeit mit den SRH Kliniken und den Arztpraxen. Um die medizinischen Versorgungsstrukturen zu entlasten, wird an der Planung eines Testzentrums gearbeitet. Dies scheint sich in anderen Landkreisen zu bewähren.

Gesundheitsamt präzisiert Hinweise für Veranstalter

Angesichts der voranschreitenden Ausbreitung des Corona Virus stehen viele Veranstalter vor der Frage, ob ihre Veranstaltung noch wie geplant stattfinden kann. Das Gesundheitsamt möchte eine Orientierung geben, welche Punkte zu bedenken sind. „Seit gestern gibt es eine Vorgabe des Sozialministeriums, Veranstaltungen ab einer Größe von mehr als 1000 Personen abzusagen“, erklärt Dr. Susanne Haag-Milz, die Leiterin des Gesundheitsamts. Bei kleineren Veranstaltungen muss jeder Veranstalter selbst entscheiden, ob er die Veranstaltung durchführen möchte.

Zur Einschätzung können sich die Veranstalter an der Checkliste des Robert-Koch-Instituts orientieren, empfiehlt Haag-Milz. Die Liste ist auch unter landkreis-sigmaringen.de auf der Startseite zu finden. „Die dort angegebenen Kriterien ermöglichen ein rationales Vorgehen“, so Haag-Milz.

Die Veranstalter sollen folgende Punkte bedenken:

• wie viele Teilnehmer werden erwartet? wie eng sind die Teilnehmer in Kontakt?
• sind Teilnehmer dabei, die in Risikogebieten waren? Kann dies ausgeschlossen werden?
• nehmen ältere oder gesundheitlich beeinträchtigte Personen teil? Kann dies ggf. ausgeschlossen werden?
• nehmen Personen mit Atemwegserkrankungen teil? Kann dies ggf. ausgeschlossen werden?
• wie lange dauert die Veranstaltung?
• findet die Veranstaltung im Freien statt oder in einem schlecht belüfteten Raum?
• können Handwaschgelegenheiten zur Verfügung gestellt werden?
• kann man nachverfolgen, wer an der Veranstaltung teilgenommen hat?

Schlussendlich sollte sich jeder Veranstalter fragen, ob die Veranstaltung zwingend jetzt stattfinden muss oder ob sie zeitlich verschoben werden kann.

Sinn und Zweck von Absagen von Veranstaltungen ist es, die gesundheitlich Schwächsten in unserer Gesellschaft zu schützen, wie z.B. ältere, immungeschwächte oder chronisch kranke Menschen. Diese Menschen gilt es besonders zu schützen.

Findet die Veranstaltung an der frischen Luft statt und die Teilnehmer haben keinen engen Kontakt von mehreren Minuten, schmälert dies die Ansteckungsgefahr merklich. Personen, die sich in ausgewiesenen Risikogebieten aufgehalten haben oder Kontakt mit einem an COVID-19 Erkrankten hatten, sollten die Veranstaltung jedenfalls nicht besuchen.

Abschließend betont Haag-Milz nochmals, dass sich die Einschätzung des Robert-Koch-Instituts und der Gesundheitsbehörden täglich ändern könne. „Aktuell haben wir drei bestätigte Fälle im Landkreis. Man muss nach wie vor nicht von einer ungehinderten Verbreitung des Virus in der Bevölkerung ausgehen. Die Beurteilung kann sich rasch ändern, wenn eine größere Anzahl an Erkrankungen auftritt.“ Die Entscheidung, ob eine Veranstaltung wie geplant stattfindet, ist letztendlich vom Veranstalter zu treffen.