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Wendelinus wirkt Wunder

Zu Pferd für Wendelin: Zahlreiche Reitergruppen ziehen zu Ehren des Heiligen alljährlich über die Landschaft (Foto: Stadt Mengen)

Zum 70. Mal jährte sich am Sonntag, 20. Oktober, der Wendelinusritt in Beuren. Verschiedene Reitergruppen aus dem Umkreis formierten diese Prozession zu Pferd. Sie wird alljährlich Wendelinus zu Ehren, neben Leonhard ein weiterer Schutzpatron der Landbevölkerung, veranstaltet. 

Mengen – Die Herbstmonate Oktober und November sind seit jeher den Schutzpatronen für eine gute Ernte, Sicherheit bei der Tätigkeit im Freien und Schutz für Mensch und Tier in der kalten Jahreszeit gewidmet. „Einer von beiden hier in Oberschwaben hochverehrten Heiligen ist Wendelinus, der andere ist Leonhard“, erzählt Pfarrer Jürgen Brummwinkel.

Der Wendelinusritt ist, wie der Name sagt, dem heiligen Wendelin zugeordnet. Gemäß Überlieferung entstammte er einem königlichen Familiengeschlecht, stellte sein Leben jedoch in den Dienst der Kirche. Unter Anbetung und Fürbitte habe Wendelin in den vergangenen Jahrhunderten auf wundersame Weise in scheinbar auswegslosen Situationen Menschen in Not unterstützt. In den nächsten Tagen werden in der Umgebung noch Reiterprozessionen zu seinen Ehren abgehalten.

Ein altes, traditionelles Herbstschauspiel, „das aber keinesfalls an Aktualität eingebüßt hat“, so Brummwinkel. Zumal es Wendelin einst um den Frieden gegangen sei: „Seine Königskrone legte er ab und damit seine Macht zur Seite, um nicht in Versuchung zu kommen, diese zu missbrauchen, wenn er sich ganz in den Dienst der Menschlichkeit stellte. Außerdem sei er ein sehr naturverbundener Mann gewesen. „Er hielt zu Lebenszeiten sein ganz persönliches ‚Fridays for Future“, kümmerte sich um die Schöpfung und rief auf, es ihm gleichzutun.“

Christina Benz