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Landkreis verteilt Schutzausrüstung an Klinik und Pflegeheime

Landkreis verteilt Schutzausrüstung an Klinik und Pflegeheime
(Bild: Landkreis Sigmaringen)
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Sigmaringen – Ausrüstung zum Schutz vor dem Coronavirus ist weltweit knapp. Auch im Kreis Sigmaringen schwinden die Vorräte, akute Engpässe bestehen aktuell aber nicht. Zur Sicherstellung der Versorgung helfen sich Landratsamt, Kliniken und DRK bei der Beschaffung von Schutzausrüstungen gegenseitig aus.

Dezernent Dr. Bernhard Obert, in dessen Bau- und Umweltdezernat auch der Katastrophenschutz angesiedelt ist, kümmert sich mit seinem Team des Katastrophenschutzes gerade fast ausschließlich um die Beschaffung und Verteilung von Schutzausrüstung. Masken, Schutzkittel, Brillen und Handschuhe sind auf dem derzeit angespannten Markt für einzelne Einrichtungen fast nicht zu bekommen.

Das ist auch der Grund, warum der Kreis überhaupt aktiv wird. Denn grundsätzlich sollte sich jede Einrichtung selbst ausstatten. Der Kreis springt nur dort in die Presche, wo Schutzausrüstung knapp wird und auf dem Markt nicht zu bekommen ist. „Wir sind hier hoheitlich im Sinne der Gefahrenabwehr, nicht als Großhändler am Markt aktiv“, fasst Obert zusammen.

„Um unsere Einrichtungen im Landkreis auszustatten, aktivieren wir viele Kanäle, sind im Austausch mit dem Land, durchforsten den weltweiten Markt und holen uns tagtäglich etliche Angebote ein. Wir kaufen ein und geben es an die Einrichtungen weiter, deren Bestellungen derzeit nicht ausgeliefert werden. Wir sind sehr erleichtert, dass bisher nirgendwo Schutzausrüstung zur Neige ging und Engpässe verhindert werden konnten“, so Obert.

Anfang März verteilte das Gesundheitsamt erstmals mehrere Tausend Schutzmasken und Schutzkittel an die niedergelassenen Ärzte, weil dort damals Knappheit herrschte. Diese werden nun jedoch wieder primär über die Kassenärztliche Vereinigung versorgt. Der Landkreises hilft nun bei der Ausstattung der Kliniken, Pflegeheime und dann im Weiteren bei ambulanten Pflegediensten und Behinderteneinrichtungen. Vom Land erhielt Obert letzte Woche 1000 FFP2-Masken, 13.000 MNS-Masken und 11.000 Handschuhe, die an Kliniken und Pflegeheime verteilt wurden. Jedes Heim wurde so mit einer Grundausstattung ausgerüstet. Heute sind weitere 4500 FFP-2-Masken, 22.000 MNS-Masken und 650 Handschuhe eingetroffen.

Diese werden durch Mitarbeiter der Straßenmeistereien an die zu versorgenden Stellen direkt ausgefahren. Beliefert werden nun auch ambulante Pflegeeinrichtungen. Ist die morgige Lieferung verteilt, so sind die Kliniken, die Pflegeheime und die ambulanten Pflegeeinrichtungen mit den notwendigen Mengen versorgt. Der Kreis beschafft aber weiter, um auch in der Zukunft als Rückfallebene die Versorgung dieser Einrichtungen, aber auch von weiteren Stellen wie Reha-Kliniken und anderen sozialen Diensten in Notlagen sicher stellen zu können.

Bei der Beschaffung setzt Obert auf mehrere Kanäle, um nicht von einzelnen Lieferungen abhängig zu sein falls diese an der Grenze gestoppt werden oder der Händler unzuverlässig ist. Obert berichtet von windigen Angeboten aus aller Welt: „Es werden horrende Preise verlangt, Lieferzusagen nicht eingehalten, gefälschte Ware angeboten und dazu Vorkasse von bis zu 100% ohne jegliche Sicherheit verlangt. Da sind wir umso dankbarer, wenn wir Hinweise von Firmen bekommen, über die wir dann zuverlässig an Schutzausrüstungen kommen.“

So wurden z.B. über die Firma Späh heute 30.000 MNS-Masken geliefert. Geberit hat geholfen 15.000 FFP-2 Masken zu bestellen, die in Teilen kürzlich angeliefert wurden und zum Teil noch auf dem Weg in den Kreis sind. Auch mit weiteren Firmen steht der Landkreis im Kontakt. Es laufen Bestellungen in vielen Regionen der Welt. Durch den Aufruf Ende März hatten sich zahlreiche Firmen gemeldet, so dass kurzfristig 280 FFP2-Masken direkt von Firmen aus dem Landkreis beschafft werden konnten. Wichtig waren aber auch die Kontakte, die durch diesen Aufruf entstanden sind. Landrätin Stefanie Bürkle bekräftigt: „Für diese Unterstützung aus unserer Unternehmerschaft sind wir allen sehr sehr dankbar. Die Quellen, die uns unsere Unternehmen über ihre Wege erschlossen haben, sind für die Menschen im Landkreis unendlich segensreich.“

Der Landkreis hat derzeit für über 300.000 Euro Schutzausrüstungen gekauft bzw. Bestellungen zur Beschaffung aufgegeben.