13 Modellregionen beteiligten sich in den vergangenen vier Jahren am Bundesprojekt „Land(auf)Schwung“. Eine davon ist der Landkreis Sigmaringen. Die Aktion will durch gezielte Projekte dem demografischen Wandel aktiv begegnen, die regionale Wertschöpfung erhöhen und den Arbeitsmarkt stabilisieren. Sigmaringen – Die Regionalstrategie des Modellvorhabens Land(auf)Schwung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft endet kommenden Dezember. Auf vier Jahre […]" />
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Ideenschmiede im Ländle

Das Landaufschwung-Team: Max Stöhr vom Landratsamt (Foto: Christina Benz)

13 Modellregionen beteiligten sich in den vergangenen vier Jahren am Bundesprojekt „Land(auf)Schwung“. Eine davon ist der Landkreis Sigmaringen. Die Aktion will durch gezielte Projekte dem demografischen Wandel aktiv begegnen, die regionale Wertschöpfung erhöhen und den Arbeitsmarkt stabilisieren. 

Sigmaringen – Die Regionalstrategie des Modellvorhabens Land(auf)Schwung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft endet kommenden Dezember. Auf vier Jahre ausgelegt, zielte die Aktion auf die Schaffung solch attraktiver Lebens- und Arbeitsbedingungen junger Menschens, dass eine Abwanderung möglichst verhindert und eine Rückkehr in die Heimat gefördert werden.

Gründungsmotivation sollte angeregt und Marktchancen für Kleinbetriebe eröffnet werden. „Für Umsetzungsideen standen Sigmaringen als eine von 13 teilnehmenden Modellregionen rund 2,25 Millionen Euro an Bundesmitteln zur Verfügung“, so der Erste Landesbeamte Rolf Vögtle beim Pressegespräch.

Gezielte Griffe eines regionalen Entscheidungsgremiums aus gesellschaftlichen Akteuren in diesen Fördertopf sowie das Zusammenwirken einer Expertengruppe und der Begleitstruktur der Stiftung  „Ideenfabrik“ konnten gemäß Vögtle viele neue Projekte auf den Weg führen.

 „Seit 2015 habenhaben uns Tüftler und Denker über 80 Produkt- und Geschäftsideen zukommen lassen“, so Giacomo Burgio von der Ideenfabrik. „Zu Beginn konnten wir alle durchwinken. Dann wurden es immer mehr, und wir mussten haushalten leider eine Auswahl treffen“, so Christian Drackert, von der Regionalen Entwicklungsagentur WIS. 

Begleitung bis zur Ernte 

Gemeinsam mit dem Expertenteam überprüfte er die Einsendungen auf Innovation und Nutzen, den Mehrwert für die Zielgruppe und auf die wirtschaftliche Tragfähigkeit. „Unsere Teammitglieder aus Wirtschaft, Rechtswesen und Finanzbereich brachten den Blick aufs Ganze in die Breite“, sagt er. „Wo wir nicht weiterhelfen konnten mit Kapitalaufbau, Vernetzung und Entwicklung der Projekte konnten wir uns auf weitere professionelle Kontakte aus dem beruflichen Umfeld des Teams berufen.“

Die Erntephase der Umsetzung einer Idee folgt nach etwa 5 Jahren. „Wir haben lediglich den Boden dafür bereitet“, so Burgio. So entstand etwa die Plattform www.blubbr.de, ein Lifestyleportal für den Landkreis Sigmaringen, ausgerichtet auf das Leben und Arbeiten in der Region. Das Projekt „Marktplatz Donau“ präsentierte Tobias Trinczek.

Eine  Plattform für regionale Hersteller und ihre Produkte. „Kurz vor Projektende kann bilanziert werden, dass durch Land(auf)Schwung 27 Projekte von 17 unterschiedlichen Institutionen und Unternehmen aus der Region verwirklicht wurden. Mehr als 300 Akteure haben sich in die insgesamt 13 neu entstandenen Netzwerke eingebracht“. 

Geht in die Verlängerung

Schlussendlich haben sich über 1000 Menschen in den verschiedenen Projekten unternehmerisch oder bürgerschaftlich engagiert“, so Rolf Vögtle. „Viele dieser Projekte bringen unsere Region ein gutes Stück voran.“ Das Modellvorhaben wird jetzt um ein Jahr verlängert.

Christina Benz