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Erster Patient im Landkreis Sigmaringen mit Corona Virus infiziert

Erster Patient im Landkreis Sigmaringen mit Corona Virus infiziert
(Bild: Adobe Stock)
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Sigmaringen – Auch im Landkreis Sigmaringen gibt es nun den ersten Fall eines Patienten, der sich mit dem Corona Virus infiziert hat.

Es handelt sich um einen 49-jährigen Mann, der mit seiner Familie vom 22. bis 28. Februar in Wolkenstein (Südtirol) im Urlaub war. Nach der Rückkehr tauchten beim Vater Grippesymptome mit Gliederschmerzen und Fieber auf und die Familie blieb über das Wochenende zu Hause. Am Montag (2.3.) informierte sich die Familie beim Gesundheitsamt mit der Empfehlung weiterhin zu Hause zu bleiben und den Hausarzt telefonisch zu kontaktieren. Dieser veranlasste am selben Tag eine Labordiagnostik, die heute (4.3.) positiv auf Covid-19 ausfiel. Der Gesundheitszustand des Mannes ist stabil und eine Behandlung im Krankenhaus ist nicht notwendig. Er ist bereits wieder auf dem Weg der Besserung.

Die Familie reagiert besonnen, der Vater befindet sich nun in „häuslicher Absonderung“ und meidet den Kontakt zur Familie. Das Testergebnis bei den weiteren Familienmitgliedern fiel negativ aus. Auch diese bleiben nun zu Hause und werden in 14 Tagen erneut getestet, ob tatsächlich keine Ansteckung erfolgte.

Eine weitere Familie, die mit im Urlaub war, bleibt auf Anweisung des Gesundheitsamtes ebenso die nächsten 14 Tage zu Hause. Deren Tests befinden sich derzeit noch im Labor.

Dies teilten Landrätin Stefanie Bürkle, Dr. med. Susanne Haag-Milz, Leiterin des Gesundheitsamtes, Dr. Zoltan Varga, stellvertretender ärztlicher Direktor der SRH Kliniken Landkreis Sigmaringen GmbH und Dr. med. Bettina Boellaard, Vorsitzende der Kreisärzteschaft mit.

Das Gesundheitsamt hat die engen Kontaktpersonen bereits ermittelt und verständigt, berichtete Dr. Haag-Milz. Sie müssen sich nun 14 Tage zu Hause absondern.

Dr. Bettina Boellaard ergänzt, dass die Familie vorbildlich gehandelt hat: „Sie hat sich über das Wochenende zu Hause aufgehalten, sich am Montag telefonisch beim Gesundheitsamt beraten lassen und dann mit dem Hausarzt telefonisch einen Termin für einen Test vereinbart.“

Landrätin Stefanie Bürkle mahnt zur Besonnenheit: „Auch wenn das Corona Virus nun im Landkreis Sigmaringen angekommen ist, gibt es keinen Grund zur Panik. Gesundheitsamt, Ärzteschaft und Krankenhaus sind bestens vorbereitet und arbeiten sehr eng zusammen. Aufgrund des dynamischen Geschehens beobachten wir die Lage mehrmals täglich.“

Dr. Bettina Boellaard sieht die niedergelassenen Ärzte als erste Anlaufstelle für Patienten: „Wir sind bestrebt, die Geschwindigkeit der Ausbreitung zu drosseln. Die meisten Patienten kommen mit der alljährlichen Erkältungswelle zu uns. Nach heutigen Erkenntnissen verläuft die überwiegende Mehrzahl der Fälle mit leichten Erkältungssymptomen. Nur wenige Patienten zeigen schwere Symptome. Hierbei handelt es sich vor allem um ältere Patienten mit Vorerkrankungen. Die Ärzteschaft ist für die nächste Zeit ausgerüstet. Wir danken dem Landkreis dafür, dass er 2.000 Atemschutzmasken und 1.500 Schutzkittel beschafft und den Ärzten zur Verfügung stellt.“

Dr. Zoltan Varga betont: „Wir sind zwar nicht die erste Anlaufstelle, jedoch für die medizinische stationäre Versorgung sehr gut vorbereitet. Wir haben als SRH Kliniken Landkreis Sigmaringen GmbH alle unsere Ärzte, die Leitungen der zentralen Notaufnahme und unsere medizinischen Versorgungszentren mit Informationen zum Umgang mit Verdachtsfällen ausgestattet. Wir haben einen Notfallplan zum Umgang mit hochinfektiösen stationären Patienten. Die Infektionsnotfallboxen in allen unseren stationären Einrichtungen sind mit Material ausgestattet, um die Erstversorgung problemlos zu bewältigen. Und wir haben baulich einen Bereich festgelegt, in dem die stationären Patienten sicher behandelt und betreut werden können.“