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Die Welt im Bild

Die Welt im Bild
Eugen Schneider schließt zum Jahresende sein Fotogeschäft. (FOTO: C. BENZ)

43 Jahre hat Eugen Schneider in Bad Saulgau sein Fotostudio geführt. Zum Jahresende schließt der Fotografenmeister sein Ladengeschäft in der Schützenstraße und geht in den Ruhestand.

BAD SAULGAU – „Menschen“, sagt Eugen Schneider, wenn man ihn nach seinen liebsten Motiven fragt. In seinem Geschäft blicken auf den Besucher prominente und weniger bekannte Gesichter von den Wänden, der Dalai Lama und Angehörige süddeutscher Adelshäuser. Alltagssituationen, mitgebracht von Reisen, fotografische Sozialreportagen in der Elfenbeinküste und Brasilien, Reisereportagen über die Goldwäscher in Venezuela, Momente aus China und Japan.

Zum Haus Württemberg, das Schneider immer wieder beauftragte, pfl egt er noch heute eine Verbundenheit – ist doch ein Fotograf stets auch eine Vertrauensperson. Nicht nur das reale, sondern auch das Leben auf der Bühne faszinierte Schneider bereits in jungen Jahren. Als Theaterfotograf begleitete er Schauspieler von den Proben bis zu den Aufführungen und leitete das Werbestudio einer Druckerei, bis er nach einigen Jahren im Außendienst wieder zurück in die Region kehrte, an der Berufsschule unterrichtete und sein Fachgeschäft gründete.

„Und hier lernte ich die herzogliche Familie kennen, die mein Geschäft zunächst für Passbildaufnahmen betrat“, erzählt er. Die Zeiten haben sich allerdings durch die Digitalisierung geändert. „Die Authentizität einer Fotografie verliert sich in der Technik“. Privat interessiert ihn die Natur- und Reisefotografie.

Er unterstützt bei Fotothemen das Schülerforschungszentrum und dokumentiert das Bad Saulgauer Geschehen, vierzig Jahre lang auch das Bächtlefest. Vieles davon wird sich Eugen Schneider nach Geschäftsschließung erhalten. Ob er weitere Ausstellungen seiner Bilder lancieren wird, steht für ihn noch unter Verschluss. „Es tut weh, nach so vielen Jahren ein mit Leidenschaft geführtes Geschäft aufgeben zu müssen. Die Fotografie wird mir allerdings erhalten bleiben.“

Christina Benz