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Baustellen gehen nicht aus

Baustellen gehen nicht aus
Doris Schröter (Foto: Stadt Bad Saulgau)

Bad Saulgau hat kostenträchtige, aber auch billige Wünsche, sagt Bürgermeisterin Doris   Schröter in ihrem Jahresrückblick fürs WOCHENBLATT. Neben einem zukunftsfähigen Krankenhaus wünscht man sich auch ganz einfach das alte SLG-Autokennzeichen zurück.   

Frau  Schröter, wie hat sich Bad Saulgau im abgelaufenen Jahr verändert? Was kam hinzu, was fiel weg?    

Doris Schröter: Nach der Kommunalwahl hat es einen größeren Wechsel in den Reihen der Stadträte gegeben und das Gremium ist von 27 auf 32 Mitglieder angewachsen. Gemeinsam mit 13 Ortschafträten und 13 Ortsvorstehern ist dies beachtlich für eine Stadt mit knapp 18 000 Einwohnern.  Wichtig war die Fertigstellung der beiden neuen Kindertageseinrichtungen, unserem Waldkindergarten am Schönen Moos und dem Kindergarten St. Martin in Braunenweiler. Letzterer ersetzt auch die Kindergärten in Renhardsweiler und Bondorf.#

Worüber haben Sie sich im abgelaufenen Jahr in ihrer Funktion als Bürgermeisterin am meisten gefreut? 

Mit unseren Anstrengungen für ein MINT-Exzellenzgymnasium sind wir endlich am Ziel. Das Land wird ca. 80 Millionen Euro in den Umbau der ehemaligen Lehreroberschule in ein Exzellenzgymnasium investieren. Für die ganze Region ist die Entscheidung des Landes, dieses „Leuchtturmprojekt“ hier im ländlichen Raum zu verorten, ein wichtiges Signal. Das Exzellenzgymnasium wird in Sachen Nachwuchskräfteentwicklung Strahlkraft weit über die Region hinaus entfalten.

Gibt es etwas, das besser lief als erwartet?

Unsere Jubiläumsfeierlichkeiten. Die Bürgerinnen und Bürger haben es geschafft, trotz nicht gerade üppigen Budgets unglaublich vieles auf die Beine zu stellen. Freilichttheater, lange Tafel, Kunst und Kultur, ein grandioser Festakt – ganz viele Menschen haben sich ein Jahr lang außerordentlich engagiert.

Gibt es etwas, das eher schief gelaufen ist?

Ich würde mir bei einigen Themen wünschen, dass sie schneller erledigt werden könnten. Aber unser ausufernder Bürokratismus und ständig wachsende Standards machen es jedes Jahr schwieriger, Projekte voranzubringen.

Was kann die Landrätin für Sie und die Stadt tun?

In Bad Saulgau dürfen wir uns darauf freuen, dass der Kreis 15 Millionen Euro in Willi Burth-Schule investiert. Natürlich hoffen wir, dass sie als Vorsitzende des Aufsichtsrats der SRH-Kliniken weiterhin die Zukunft des Krankenhausstandorts Bad Saulgau im Blick hat. Ein Wunsch vieler Bad Saulgauer, der sicherlich leichter zu erfüllen ist, wäre die Wiedereinführung des SLG-Kennzeichens. 

Was könnte der Ministerpräsident für die Stadt tun?   

Die Entscheidung des Landes in Bad Saulgauer ein MINT-Exzellenzgymnasium zu realisieren haben wir ganz überwiegend Ministerpräsident Kretschmann zu verdanken.

Was steht 2020 Wichtiges an?  

Wir müssen beim Neubau einer neuen Kindertageseinrichtung in der Kernstadt Gas geben. Ich bin gespannt, welche Ergebnisse der Architektenwettbewerb bringt. Wir werden in die Planungen der Vierfeldsporthalle einsteigen. Einen weiteren Investitionsschwerpunkt haben wir beim Walter Knoll-Schulverbund.  Und wir werden unsere Baugebiete weiter voranbringen. Die Baustellen gehen uns sicherlich also nicht aus. 

Worüber haben Sie sich geärgert? 

Da kann ich nur wiederholen, was ich 2018 gesagt habe: „Über die Anspruchshaltung, Unfreundlichkeit und den Egoismus mancher Zeitgenossen. Es geht uns so gut wie nie und gleichzeitig steigt die Unzufriedenheit. Das ist völlig paradox.“  

Was was ist Ihnen sonst noch wichtig? 

2019 wird uns auch in Erinnerung bleiben durch den Tod unseres Stadtbaumeisters Pascal Friedrich. Seine Arbeit und sein Wirken haben Spuren hinterlassen, die uns immer an ihn erinnern werden. 

Uli Landthaler