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Ravensburg
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16.08.2012

Was kommt nach der Truppe?

Keine Zeit zum Nachtrauern: Die Städte und Gemeinden rund um Sigmaringen wollen sich mit Hochdruck auf eine Zukunft ohne die Bundeswehr rüsten. Gestern war Meldeschluss fürs „Kommunale Entwicklungskonzept“.

Bald trennen sich die Wege: Sigmaringen bereitet sich auf eine Zukunft ohne die Bundeswehr und deren Wirtschaftskraft vor

Kreis sigmaringen – Gedanklich ist man in den Rathäusern schon über den Zeitraum hinweg, wenn über 1000 Soldaten und zivile Bundeswehr-Mitarbeiter plus ihren Familien aus der Region abziehen – mitsamt ihrer Kaufkraft und den sechs Millionen Euro jährlich an Aufträgen, mit denen die Truppe allein in Sigmaringen und Umgebung die heimische Wirtschaft versorgt hat. Diese Zahlen stammen aus der Untersuchung des Prognos-Instituts, das die Folgen des Abzugs in Euro und Cent berechnet hat.

Der Staat lässt die Kommunen nicht ganz im Stich und hat das „Kommunale Entwicklungskonzept“ (KEK) ins Leben gerufen, für das man sich bis zum gestrigen Mittwoch anmelden konnte. Sigmaringen, Sigmaringendorf, Scheer, Bingen, Krauchenwies, Inzigkofen, Veringenstadt, Beuron, Mengen und Hohentengen sollen sich hier zusammentun, um Investitionen zu planen – als Belohnung winken hohe Zuschüsse vom Ministerium für ländlichen Raum. Ein Thema ist zum Beispiel der Ausbau des Tourismus im Donautal. Das Vorbild ist Münsingen auf der Schwäbischen Alb, wo auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz heute Besucher von weit her anreisen. Sie buchen Führungen zu seltenen und geschützten Pflanzenvorkommen, unternehmen Radtouren durch die weite Alblandschaft und bestaunen die unberührte Natur. Davon könnte sich auch die obere Donauregion eine Scheibe abschneiden.

Was wird aus der Kaserne?

Ein dickes Problem harrt aber weiter auf seine Bewältigung. „Die für Sigmaringen ungleich wichtigere Frage nach der Konversion der freiwerdenden Graf-Stauffenberg-Kaserne, des umliegenden Geländes sowie der weiteren Bundesimmobilien“, so lässt Sigmaringens Pressesprecherin Lena Schmalisch auf unsere Anfrage wissen, „wird mit diesem Konzept nicht beantwortet werden.“