Ruten-Tropfen vom Rauenegg

Charmanter Tropfen: Weinbeauftragte Patricia della Monica mit dem heimischen 2011er Fotos: Kapitel

Riechtest: OB Dr. Daniel Rapp (re.) und Kulturamtsleiter Franz Schwarzbauer waren vom 2011er begeistert
Rechtzeitig zum Rutenfest ist er da: Der Ravensburger Wein Jahrgang 2011 ist besonders fruchtig und süffig geraten. Beim Frohen Auftakt am Samstag kann man ihn zum ersten Mal kosten.
Ravensburg – Die Weinlage „Rauenegg“ ist die zweithöchst gelegene in Deutschland – und die kleinste eingetragene Einzellage: Mit dem 2011er Ravensburger Müller-Thurgau und dem 2011er Ravensburger Spätburgunder haben 20 ehrenamtliche Helfer unter Leitung des Immenstaader Winzers Matthias Röhrenbach zwei hervorragende Tropfen gelesen.
„Besser als mancher Seewein“, lobte Röhrenbach bei der offiziellen Präsentation im Kaminzimmer der Veitsburg. Für OB Dr. Daniel Rapp ist das Weingut ein Teil der Kulturgeschichte: „Wir erhalten ein kulturelles Erbe, auch wenn das mit Kosten verbunden ist.“ Denn schon seit dem Mittelalter wird in Ravensburg Weinbau betrieben. Die 25 bis 30 Jahre alten Reben haben wieder zwei vorzügliche Weine hervorgebracht, die typisch für die Bodensee-Region sind. „Das ist in dieser Lage kein einfaches Arbeiten“, sagt Winzermeister Röhrenbach. Das steile Rauenegg ist noch ein richtiger „Handarbeits-Garten“; Maschinentechnik kommt selten zum Einsatz.
Die hohe Lage und das Klima, der Kontrast von kalten Nächten und warmen Tagen sind maßgeblich für die Qualität. So hat der Weißwein mit seinen weichen Fruchtsäuren eine liebliche Art entwickelt, obwohl er Diabetiker-trocken ist. Durch den idealen Anteil von Kohlensäure ist der weiße „Ravensburger Rauenegg“ sehr lebendig: Der richtige Wein für einen Sommerabend auf der Terrasse. Auch der Ravensburger Rotwein zeigt sich gut entwickelt, obwohl man ihn noch zwei bis drei Jahre liegen lassen sollte, denn dadurch wird der beerenduftige Spätburgunder noch weicher und samtiger. Er bringt es auf vollmundige 86 Öchslegrade bei 13,5 Prozent Alkohol.
Wer jetzt Lust auf die beiden Tropfen bekommen hat, sollte sich beeilen: Vom 2011er gibt es nur 646 Flaschen Spätburgunder und 2028 Flaschen vom Müller Thurgau. „Der Rote ist immer sehr schnell weg“, sagt Patricia della Monica, Kulturamtsmitarbeiterin und „Weinbeauftragte“ der Stadt. Zu kaufen gibt‘s die Weine in der Tourist Information, in der Weingalerie Tafel, Herrenstraße 36, und bei Eric Knoblauch in der Weinkellerei zum Muke. Zudem wird er am Rutenfest beim Rathaus ausgeschenkt. Silke Mewes



